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Art. 35 GSchG - Art. 35 LEaux

Huber-Wälchli Veronika 

 

 

Entscheid der Behörde

1             Die Behörde bestimmt im Einzelfall die Dotierwassermenge und die anderen Massnahmen, die zum Schutz der Gewässer unterhalb der Entnahmestelle notwendig sind.

2         Sie kann die Dotierwassermenge zeitlich unterschiedlich festlegen. Die Wassermenge nach den Artikeln 31 und 32 darf nicht unterschritten werden.

3         Die Behörde hört vor ihrem Entscheid die interessierten Fachstellen und, bei Entnahmen für Anlagen zur Wasserkraftnutzung mit einer Bruttoleistung über 300 kW, den Bund an.

Décision de l'autorité

1         L'autorité fixe dans chaque cas le débit de dotation et les autres mesures nécessaires pour protéger le cours d'eau en aval du prélèvement.

2         Elle peut fixer des débits de dotation différenciés dans le temps. Ces débits ne doivent pas être inférieurs aux débits résiduels minimaux fixés aux art. 31 et 32.

3         L'autorité consulte les services intéressés avant de prendre sa décision; lorsqu'il s'agit de prélèvements destinés à des installations hydro-électriques d'une puissance brute supérieure à 300 kW, elle consulte en outre la Confédération.

Decisione dell'autorità

1         L'autorità definisce caso per caso la portata di dotazione e le altre misure necessarie alla protezione delle acque a valle del prelievo.

2         Può fissare portate di dotazione temporanee. I deflussi secondo gli articoli 31 e 32 devono essere garantiti.

3         Prima di decidere l'autorità sente gli uffici tecnici interessati e, se il prelievo è destinato ad impianti per lo sfruttamento dell'energia idraulica con una potenza lorda superiore a 300 kW, la Confederazione.

 

 

Inhaltsübersicht

Entstehungsgeschichte

1

II.      ​

Allgemeine Bemerkungen

4

III. 

Entscheid der Behörde (Abs. 1–3)

13

A.

Allgemeine Voraussetzungen

13

1.

Raumplanung

13

​2.

​Koordinationspflicht und Zeitpunkzt der Erteilung der Wasserentnahmebewilligung

17

​B.

​zuständige Behörde

23

​1.

​Im Allgemeinen

23

​2.

​Bewilligung von Wasserentnahmen zur Wasserkraftnutzung

26

​3.

​Bewilligung von anderen Wasserentnahmen

33

​C.

​Grundlagen für den Entscheid

37

​1.

​Restwasserbericht oder UVB

37

​2.

​Stellungsnahmen der Fachstellen und des Bundes (Abs. 3)

39

​D.

​Entscheid (Abs. 1 und 3)

45

​1.

​Zum Inhate des Wasserentnahmenbewilliung

45

 

 

 

I.              Entstehungsgeschichte

 

 

01. Gemäss Art. 32 Abs. 1 E-GSchG 1984 sollte die «kantonale Behörde» «die für den bestmöglichen Schutz des Gewässers im Unterlauf notwendige Abgabe von Dotierwasser sowie die dafür notwendigen baulichen, betrieblichen und weiteren Massnahmen» bestimmen, nach Abs. 2 bei der Erteilung und Erneuerung der Konzession für die Wasserentnahme bzw. bei der Bewilligung der Wasserentnahme. Art. 32 Abs. 3 E-GSchG 1984 sah vor, dass die Behörde die Dotierwassermenge «im Rahmen der weitergehenden Anforderungen» – damit war die Erhöhung aufgrund einer Interessenabwägung (Art. 31 E-GSchG 1984 bzw. Art. 33 GSchG) gemeint – «zeitlich unterschiedlich» festlegen solle. Nach Abs. 4 sollte sie bei Entnahmen für Anlagen zur Wasserkraftnutzung mit einer Bruttoleistung über 300 kW das Bundesamt für Umweltschutz anhören.

02. Der Entwurf des Bundesrates sah in Art. 35 Abs. 1 E-GSchG 1987 vor, dass die «Behörde» im Einzelfall die Dotierwassermenge und die anderen Massnahmen bestimmt, die zum Schutz der unterliegenden Gewässer notwendig sind. «Kantonale» wurde weggelassen, da in gewissen Fällen eine Behörde des Bundes und nicht des Kantons zuständig ist (vgl. aber Art. 32 GSchG N 10). Nach Art. 35 Abs. 2 E-GSchG 1987 sollte die Behörde die Dotierwassermengen «je nach Jahreszeit» unterschiedlich festlegen können.

03. In der parlamentarischen Beratung wurde «Schutz der unterliegenden Gewässer» (Art. 35 Abs. 1 E-GSchG 1987) geändert in «Schutz der Gewässer unterhalb der Entnahmestelle» (Art. 35 Abs. 1 GSchG). In Abs. 2 wurde «je nach Jahreszeit» ersetzt durch «zeitlich». Der heutige Art. 35 Abs. 3 GSchG wurde vom Parlament unverändert aus dem Entwurf des Bundesrates übernommen.

 

 

II.           Allgemeine Bemerkungen

 

 

04. Die Bestimmungen zum quantitativen Gewässerschutz zeichnen sich durch eine hohe verfahrensmässige Strukturierung aus. Art. 35 Abs. 1 und 2 GSchG legen die Aufgaben und den Spielraum der Behörden bei Entscheiden über die Restwassermenge fest, als Grundlagen für den Entscheid werden besondere Berichte der Gesuchsteller (Art. 33 Abs. 4 GSchG) und die Anhörung von Fachstellen (Art. 35 Abs. 3 GSchG) verlangt (Brunner/Looser, Schutzintensität, N 224).

05. Der Entscheid der Behörde über die Höhe der Dotierwassermenge und die anderen Massnahmen erfolgt im Rahmen der Erteilung einer Wasserentnahmebewilligung nach Art. 29 GSchG (s. N 46).

06. Mit Art. 35 Abs. 1 GSchG wird die Behörde verpflichtet, im Einzelfall die Dotierwassermenge (vgl. Komm. zu Art. 4 GSchG N 74 ff.) und die anderen Massnahmen zu bestimmen, die zum Schutz der Gewässer unterhalb der Entnahmestelle notwendig sind. Genannt werden lediglich die Massnahmetypen – Dotierwasser oder «andere Massnahmen». Es ist der Behörde überlassen, welche Massnahmen sie im Einzelfall anordnen will. Die Dotierwassermenge kann höher oder niedriger sein, je nachdem, welche anderen Mass-nahmen getroffen werden (Botschaft GSchG 1987, 1138 f.; vgl. N 57 f). Die Anordnung der Dotierwassermenge und/oder anderer Massnahmen dient der Sicherstellung der nach Art. 31–33 GSchG ermittelten angemessenen Restwassermenge.

07. Mit Abs. 1 wird die Behörde verpflichtet, die Dotierwassermenge – und nicht etwa die Restwassermenge – festzulegen. Die Dotierwassermenge ergänzt die im Gewässer unterhalb der Wasserentnahme natürlicherweise vorhandene Restwassermenge (Art. 4 Bst. k GSchG), sodass im Gewässer angemessene Restwassermengen fliessen. Im Gegensatz zur Restwassermenge kann die Dotierwassermenge verhältnismässig leicht gemessen und damit kontrolliert werden (Art. 36 GSchG).

08. Gemäss Art. 35 Abs. 2 Satz 1 GSchG «kann» die Behörde die Dotierwassermenge zeitlich unterschiedlich festlegen (dazu N 52 ff.). Soweit die zwingenden Anforderungen nach Art. 31 Abs. 2 GSchG zeitlich unterschiedliche Mindestrestwassermengen verlangen (vgl. Komm. zu Art. 31 GSchG N 45, 57, 64), muss die Behörde i.d.R. die Dotierwassermenge zeitlich abstufen. Soweit es hingegen um die Erhöhung der Mindestrestwassermenge aufgrund der Interessenabwägung nach Art. 33 GSchG geht, steht der Behörde ein erheblicher Spielraum zu (vgl. Komm. zu Art. 33 N 48 ff.).

09. Art. 35 Abs. 2 Satz 2 GSchG hält fest, dass die Wassermenge nach Art. 31 und 32 GSchG nicht unterschritten werden dürfe. Da sich dies bereits aus Art. 31 und 32 GSchG ergibt, hat diese Feststellung deklaratorischen Charakter. Die Kritik, Art. 35 Abs. 2 GSchG sei missverständlich formuliert, weil auch die nach Art. 33 GSchG erhöhte Wassermenge nicht unterschritten werden dürfe (vgl. Eckert, Restwassermengen, 108, Fn. 490), erscheint nicht berechtigt, zumal dieselbe Behörde, welche die Massnahmen zum Schutz des Gewässers festlegt, auch die Interessenabwägung nach Art. 33 Abs. 1 GSchG vornimmt und (allenfalls) die Mindestrestwassermenge nach Art. 31 und 32 GSchG erhöht.

10. Mit Art. 35 Abs. 3 GSchG wird die Behörde verpflichtet, vor ihrem Entscheid die interessierten Fachstellen – die sachlich betroffenen – anzuhören, kantonale Behörden haben in gewissen Fällen auch den Bund anzuhören
(s. N 40 f.).

11. Der Geltungsbereich von Art. 35 GSchG erstreckt sich auf Bewilligungen nach Art. 29 GSchG, die gestützt auf Art. 30 Bst. a GSchG erteilt werden. Art. 35 GSchG gilt nicht für Bewilligungen, die gestützt auf Art. 30 Bst. b und c GSchG erteilt werden (vgl. Komm. zu Art. 30 GSchG N 8 f.).

12. Bei Wasserentnahmen zur Wasserkraftnutzung sind insbesondere auch Art. 54 Bst. b und c WRG zu beachten. Danach zählen zum obligatorischen Inhalt einer Wassernutzungskonzession der Umfang des verliehenen Nutzungsrechtes mit Angabe der nutzbaren Wassermenge und der Dotierwassermenge sowie der Art der Nutzung (Bst. b) sowie bei Ableitungen und Speicherungen die einzuhaltende Restwassermenge pro Sekunde sowie Art und Ort der Registrierung (Bst. c).

 

 

III.        Entscheid der Behörde (Abs. 1–3)

 

A.           Allgemeine Voraussetzungen

 

1.             Raumplanung

13. Anlagen zur Fassung, zum Transport und zur Verwendung von Wasser (z.B. Bewässerungsanlagen, Anlagen zur Trinkwasserversorgung) müssen grundsätzlich die raumplanerischen Voraussetzungen erfüllen.

14. Auch die Wasserkraftnutzung zählt zu den raumwirksamen Tätigkeiten (vgl. Art. 1 RPV). Deshalb müssten für die Realisierung von Anlagen zur Nutzung der Wasserkraft die erforderlichen raumplanerischen Grundlagen (Richt‑ und Nutzungsplanung) geschaffen werden.

  • Betreffend Richtplanung hat das Bundesgericht vor kurzem festgehalten, wenn ein Richtplan – in casu jener des Kanton VS – verschiedene Ansätze zur Koordination des Baus künftiger Wasserkraftwerke enthalte und wenn es die vorliegenden Grundlagen erlauben würden, die erforderliche umfassende Interessenabwägung vorzunehmen, sei eine Ausscheidung sämtlicher Standorte möglicher Kleinkraftanlagen im kantonalen Richtplan nicht erforderlich; wie es sich bei grossen Wasserkraftprojekten verhalte, müsse im konkreten Einzelfall geprüft werden (BGE 140 II 262 [Obergoms], E. 2, insb. E. 2.3.2–2.3.4, in: URP 2014, 351). Gemäss früherer bundesgerichtlicher Rechtsprechung standen ungenügende richtplanerische Grundlagen weder der Genehmigung einer Wasserrechtskonzession noch der Erteilung weiterer Bewilligungen entgegen, «sofern bei der Projektprüfung die vom Raumplanungsrecht verlangte Abstimmung der raumwirksamen Tätigkeiten beachtet und insbesondere dem Gebot der haushälterischen und umweltschonenden Nutzung (Art. 2 Abs. 1 Bst. d RPV) Rechnung getragen wird» (BGE 119 Ib 254, 270 [Curciusa], E. 5c, in: URP 1993, 403). Diese Haltung des Bundesgerichts hat dazu geführt, dass in manchen Kantonen die Richtplanung in Bezug auf Wasserkraftwerke lange Zeit vernachlässigt wurde (vgl. Jagmetti, Energierecht, N 4301 ff.).
  • Für grössere Anlagen ausserhalb von Bauzonen besteht grundsätzlich die Verpflichtung, die Anlage in einem Nutzungsplan (Zonenplan oder Sondernutzungsplan) vorzusehen (BGer 1C_7/2012 vom 11. Juni 2012 [Steinabbau Vals], E. 2.3, in: ZBl 114/2013, 281). «Darauf ist bisher bei Wasserkraftanlagen nicht beharrt worden» (Jagmetti, Energierecht, N 4305). Für Wasserkraftanlagen ist i.d.R. eine Ausnahmebewilligung nach Art. 24 RPG erforderlich (z.B. BGer 1C_371/2012 vom 30. Mai 2013 [Laubeggfall], E. 2; Jagmetti, Energierecht, N 4304).

15. Diese planerische Sonderstellung, zusammen mit der kostendeckenden Einspeisevergütung KEV, fördert die Gefahr unzweckmässiger und unkoordinierter Nutzung der letzten noch ungenutzten Gewässer (Giovannini, Wasserkraftwerke, 34, 39). Zur Erleichterung des Ausgleichs zwischen der verstärkten Förderung der Wasserkraft gemäss EnG und einem umfassenden Schutz der Gewässer gemäss GSchG und NHG besteht seit 2011 eine Vollzugshilfe. Darin wird u.a. aufgezeigt, wie die Kleinwasserkraft im kantonalen Richtplan behandelt werden kann (BAFU/BFE/ARE, Kantonale Schutz‑ und Nutzungsstrategien, insbesondere 5 f., 23 f., Anh. 1).

16. Das Massnahmenpaket I der Energiestrategie 2050 enthält Vorschläge zur Stärkung der Raumplanung (Botschaft Energierecht 2013, 7603, 7662 ff., 7708). Die Kantone haben mit Unterstützung des Bundes ein Konzept für den Ausbau der erneuerbaren Energien, insbesondere Wasser‑ und Windkraft, zu erarbeiten (Art. 11 f. E-EnG 2013), das als Grundlage für die Richtplanung dienen soll (Art. 13 Abs. 1 und 3 E-EnG 2013). Das RPG soll mit einem neuen Art. 8b RPG ergänzt werden, wonach der Richtplan die für die Nutzung erneuerbarer Energien geeigneten Gebiete und Gewässerstrecken bezeichnen soll (Anh. zum E-EnG 2013, Ziff. 3). Die Kantone sollen weiter verpflichtet werden, soweit nötig Nutzungspläne im Bereich der erneuerbaren Energien zu erstellen (Art. 13 Abs. 2 E-EnG 2013).

2.             Koordinationspflicht und Zeitpunkt der Erteilung der Wasserentnahmebewilligung

17. Sind für ein Vorhaben mehrere Bewilligungen erforderlich, müssen sie formell (verfahrensmässig) und materiell (inhaltlich) koordiniert erteilt werden (Art. 25a und Art. 33 Abs. 4 RPG, in Kraft seit 1. Januar 1997; dazu Griffel, Grundprinzipien, N 416 ff.; Hänni, Umweltschutzrecht, 456 ff.; zu den notwendigen Bewilligungen für die Realisierung einer Wasserkraftanlage vgl. Riva, Wasserkraftanlagen, 10). Die Wasserentnahmebewilligung nach Art. 29 GSchG ist eine spezialrechtliche Bewilligung (auch bezeichnet z.B. als Spezialbewilligung, Nebenbewilligung, Zusatzbewilligung usw.). Sie ist zusätzlich zur Bewilligung, Genehmigung oder Konzession, welche in erster Linie über ein Vorhaben entscheidet (Leitverfahren), erforderlich. Die Kantone sind verpflichtet, ihre Verfahren entsprechend den Grundsätzen der Koordination nach Art. 25a RPG zu gestalten (Griffel, Grundprinzipien, N 429–434; Hänni, Umweltschutzrecht, 460 f.). Die Koordination der Bewilligungsverfahren für Anlagen, welche die Kantone bewilligen, richtet sich nach dem kantonalen Recht, wobei es den Kantonen offen steht, die Vorschriften zur Koordination über ein Konzentrations‑ oder Koordinationsmodell zu verwirklichen (zu unterschiedlichen Lösungen in einzelnen Kantonen Hänni, Umweltschutzrecht, 462 f.; Vallender/Morell, Umweltrecht, § 18, N 16). Leitverfahren ist vielfach das Baubewilligungs‑ oder das Sondernutzungsplanverfahren oder ein Plan‑, Projekt‑ oder Konzessionsgenehmigungsverfahren.

18. Im Rahmen des WRG sind die Kantone frei, wie sie das Verfahren zur Erteilung von Konzessionen und weiteren Bewilligungen ausgestalten; über die Nutzung der Wasserkraft wird in Kantonen mit bedeutenden Wasservorkommen in einem zweistufigen Verfahren entschieden (BE [für grössere Anlagen], GR, VD und VS; dazu Riva, Wasserkraftanlagen, 9 f.; vgl. N 26).

19. Bauten‑ und Anlagen, welche in die Regelungs‑ und Bewilligungshoheit des Bundes fallen, werden in einheitlichen, konzentrierten Verfahren bewilligt (Jagmetti, Energierecht, N 4432 ff.; Marti, Bundeskoordinationsgesetz, 296 f.).

20. Bei UVP-pflichtigen Anlagen wird das Leitverfahren als massgebliches Verfahren bezeichnet (Art. 5 UVPV), die Wasserentnahmebewilligung ist eine «andere Bewilligung» (Art. 21 Abs. 1 Bst. d UVPV). Die massgeblichen Verfahren sind entweder im Anhang zur UVPV oder im kantonalen Recht (z.B. für die Anlagetypen Nr. 60.4 und 80.1 Bst. b, vgl. Komm. zu Art. 33 GSchG N 78) festgelegt. Bei UVP-pflichtigen Speicher‑ und Laufkraftwerken sowie Pumpspeicherwerken mit einer installierten Leistung von mehr als 3 MW (Anlagetyp Nr. 21.3 gemäss Anh. zur UVPV) ist das massgebliche Verfahren für die erste Stufe das Konzessionsverfahren (Art. 38 WRG) oder ein Verfahren nach kantonalem Recht i.S. von Art. 3 Abs. 2 WRG. Soweit ein zweistufiges Verfahren vorgesehen ist, wird das massgebliche Verfahren für die zweite Stufe vom kantonalen Recht bestimmt. Bei Anlagen an internationalen Gewässern findet ein einstufiges Verfahren statt (Art. 62 Abs. 1 WRG).

21. Zwischen der Wasserentnahmebewilligung nach Art. 29 GSchG und der Erteilung einer Wasserrechtskonzession besteht in «geradezu prototypischer Weise ein derart enger Sachzusammenhang, dass sie nicht getrennt und unabhängig voneinander erteilt werden können, sondern inhaltlich abgestimmt werden müssen. Dies deshalb, weil die Bestimmung der nutzbaren Wassermenge, welche in Art. 30 ff. GSchG geregelt wird, zu den wesentlichen Bestandteilen der Wasserrechtsverleihung gehört» (125 II 18, 22 f. [Wynau II], E. 4b aa m.H; Einzelheiten zur Rechtsprechung des Bundesgerichts seit 1981 zum Inhalt der Wassernutzungskonzession bei Riva, Wasserkraftanlagen, 16 ff., mit Urteilszitaten; vgl. N 12). Wird über ein Wasserkraftwerk in einem mehrstufigen Verfahren entschieden (z.B. zuerst Erteilung der Wasserrechtskonzession und anschliessend der Projekt‑ oder Plangenehmigung nach WRG), muss die Bewilligung nach Art. 29 GSchG zwingend in der ersten Stufe erteilt werden (Riva, Wasserkraftanlagen, insb. 18 f., 26 f.). Sie ist «zwingend zusammen mit der Konzession zu erteilen» (BGE 140 II 262, E. 4.3 m.H.) bzw. zusammen mit der Konzessionsgenehmigung (vgl. N 28).

22. Wasserentnahmen für andere Zwecke als die Wasserkraftnutzung bedürfen in vielen Fällen einer Konzession (vgl. Komm. zu Art. 29 GSchG N 10 ff.) nach kantonalem Recht, die dem Konzessionär ebenfalls wohlerworbene Rechte (Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, N 2594) einräumt. Die Wasserentnahmebewilligung nach Art. 29 GSchG ist deshalb entweder vor oder gleichzeitig mit der Konzession zu erteilen.

 

 

B.            Zuständige Behörde

 

 

1.             Im Allgemeinen

23 Mit «Behörde» ist wie in Art. 33 und 36 GSchG die für die Erteilung der Wasserentnahmebewilligung zuständige Behörde gemeint. Sie ist verpflichtet, gestützt auf einen Restwasserbericht bzw. einen Umweltverträglichkeitsbericht sowie die Stellungnahmen der interessierten Fachstellen Art. 31 und 32 GSchG anzuwenden, eine Interessenabwägung nach Art. 33 GSchG durchzuführen, gestützt darauf die Dotierwassermenge und/oder andere Massnahmen zu bestimmen und dann die Bewilligung nach Art. 29 GSchG zu erteilen (evtl. unter Auflagen) oder allenfalls zu verweigern.

24. Der Vollzug des GSchG erfolgt durch die Kantone, soweit nicht Art. 48 GSchG den Vollzug dem Bund überträgt (vgl. Komm. zu Art. 45 GSchG N 3).

25. Die Bestimmung der Dotierwassermenge und anderer zum Schutz des Gewässers unterhalb der Entnahmestelle notwendiger Massnahmen stellt eine anspruchsvolle Aufgabe dar, selbst wenn spezialisierte Fachstellen und Fachpersonen beigezogen werden können. Sie sollte deshalb einer kantonalen Behörde vorbehalten bleiben (Botschaft GSchG 1987, 1136 f.). Die Kantone haben sich weitgehend an diese Empfehlung gehalten. Kommunale Behörden sind nur ausnahmsweise für die Erteilung von Bewilligungen nach Art. 29 GSchG zuständig, z.B. im Kanton BE für vorübergehende Wasserentnahmen ohne feste Einrichtungen (BUWAL, Restwassermengen Bewässerung, 11, 19). Welche kantonale (selten kommunale) Behörde zuständig ist, ergibt sich aus dem kantonalen Recht (s. Komm. zu Art. 45 GSchG N 8).

2.             Bewilligung von Wasserentnahmen zur Wasserkraftnutzung

26. Weil die Bundeskompetenz zur Ordnung der Wasserkraftnutzung auf die Grundsatzgesetzgebung beschränkt ist (Art. 76 Abs. 2 BV) und die Gewässerhoheit beim Kanton oder einem innerkantonalen Gemeinwesen liegt (vgl. Komm. zu Art. 29 GSchG N 8 f.), kommt dem kantonalen Recht grosse Bedeutung zu (Jagmetti, Energierecht, N 4128; Übersicht über die kantonalen Gesetze, Stand 1. Dezember 2004, 388 ff.; nicht mehr aktuell sind die Angaben für die Kantone SO, AR, AI und AG).

27. Welche Behörde im Rahmen der Erteilung einer Wasserrechtskonzession für die Erteilung der Bewilligung nach Art. 29 GSchG zuständig ist, ergibt sich aus dem kantonalen Recht, ist aber im konkreten Fall gelegentlich schwierig zu ermitteln. Zuständig ist in den meisten Kantonen, allenfalls nach einem Bereinigungsverfahren, jene Behörde, welche die Wasserrechtskonzession erteilt bzw. die von einem innerkantonalen Gemeinwesen erteilte Konzession genehmigt (dazu Eckert, Restwassermengen, 109, Fn. 494; s. N 28). Diese Lösung liegt insofern auf der Hand, als der wichtigste Inhalt einer Bewilligung nach Art. 29 GSchG zum obligatorischen Inhalt einer Wasserrechtskonzession zählt (s. N 12). Die Bewilligung nach Art. 29 GSchG ist i.d.R. Teil des Gesamtentscheids zur Erteilung oder Genehmigung der Konzession.

28. Steht die Verfügung über die Wasserkraft Bezirken, Gemeinden oder Körperschaften zu (vgl. Komm. zu Art. 29 GSchG N 9), bedarf die Einräumung eines Nutzungsrechtes an Dritte oder die Nutzung durch die Verfügungsberechtigten selber der Genehmigung der kantonalen Behörde (Art. 4 Abs. 1 WRG, vgl. auch Art. 17 WRG).

29. In Graubünden liegt die Gewässerhoheit bei den Gemeinden. Die Erteilung und wesentliche Änderung von Wassernutzungskonzessionen muss von der Gemeindeversammlung oder durch Urnenabstimmung beschlossen werden (s. Giovannini, Wasserkraftwerke, 35 ff.). Die Bewilligung nach Art. 29 GSchG wird im Rahmen der Konzessionsgenehmigung durch die Regierung erteilt (Art. 55 Abs. 4 BWRG). Eine ähnliche Regelung kennt der Kanton VS (vgl. BGE 140 II 262 [Obergoms], Sachverhalt, in: URP 2014, 351).

30. In manchen Kantonen sind unterschiedliche Behörden für die Erteilung von Konzessionen und Bewilligungen nach Art. 29 GSchG zuständig. Das Kriterium für die Kompetenzabgrenzung ist häufig die Leistung der Anlage. Im Kanton BE sind für die Erteilung von Konzessionen für Wasserkraftwerke mit einer maximal möglichen Leistung über 10 MW der Grosse Rat, über 3 bis 10 MW der Regierungsrat, über 1 bis 3 MW die zuständige Direktion und darunter ein Amt zuständig; überdies unterstehen die Konzessionsbeschlüsse des Grossen Rates dem fakultativen Referendum (Keller, Umwelt‑ und Energierecht, Bernisches Verwaltungsrecht, N 62). Die für die Konzessionserteilung zuständige Behörde fasst im Konzessionsverfahren (Leitverfahren) die sonst selbständigen Verfügungen und Entscheide, darunter die Bewilligung nach Art. 29 GSchG, zu einem Gesamtentscheid zusammen (Art. 4 Abs. 1 und Art. 5 Abs. 2 und 3 Bst. a KoG BE).

31. Für die Erarbeitung einer Konzession mit den rechtlich komplexen Detailanforderungen, z.B. betreffend Restwassermengen, und dem daraus folgenden grossen zeitlichen Aufwand (vgl. Marti, Neukonzessionierung Linth-Limmern, 300) ist ein kantonales Parlament, dass sich grosse Freiräume gewohnt ist, wenig geeignet (vgl. dazu Brunner, GWBA, 505).

32. Ist der Bund für die Erteilung eine Wassernutzungskonzession zuständig, z.B. bei Grenzkraftwerken (Art. 7 WRG) oder subsidiär bei Gewässern auf dem Gebiet mehrerer Kantone (Art. 6 WRG), werden mit der Konzession sämtliche nach Bundesrecht erforderlichen Bewilligungen (Art. 62 Abs. 1 und 3 WRG) erteilt.

3.             Bewilligung von anderen Wasserentnahmen

33. Die Zuständigkeit für die Erteilung einer Nutzungsbewilligung oder Konzession für Wasserentnahmen zu anderen Zwecken als zur Wasserkraftnutzung ergibt sich aus dem kantonalen Recht, ebenso die Zuständigkeit für die Erteilung der Bewilligung nach Art. 29 GSchG. Die Regelungen sind vielfach unübersichtlich und müssen aus mehreren Erlassen (Einführungsgesetzgebung zum ZGB, Einführungsgesetzgebung zum GSchG oder zum USG, Wasser‑ bzw. Gewässernutzungsgesetzgebung, Bau‑ und Planungsrecht usw.) mühsam zusammengesucht werden.

34. Die Kriterien für die Kompetenzabgrenzung sind unterschiedlich. Die Zuständigkeit für die Erteilung der Bewilligung nach Art. 29 GSchG kann z.B. von der Zuständigkeit im Leitverfahren oder von der Entnahmemenge abhängen oder davon, ob das Leitverfahren nur materiell oder auch formell koordiniert (konzentriertes Verfahren) ist.

35. So werden z.B. im Kanton GR Bewilligungen nach Art. 29 GSchG für Wasserentnahmen für andere Zwecke als Wasserkraftnutzung von der Regierung (Art. 5 Bst. a KGSchV GR, wenn für die Wasserentnahme eine weitere Bewilligung erforderlich ist) oder vom zuständigen Departement (Art. 1 i.V.m. Art. 6 Bst. b KGSchV GR) erteilt. Unterliegt ein Vorhaben, welches eine Bewilligung nach Art. 29 GSchG erfordert, einem spezialgesetzlichen Konzessions‑ oder Projektgenehmigungsverfahren, wird die Bewilligung von der in jenem Verfahren zuständigen Behörde erteilt, wobei die Zustimmung der üblicherweise zuständigen Behörde vorliegen muss (Art. 8 Abs. 1 und 2 KGSchV GR).

36. Bewilligungen nach Art. 29 GSchG im Zusammenhang mit der Erstellung von Bauten oder Anlagen, welche in die Bewilligungshoheit des Bundes fallen, werden zusammen mit der Plangenehmigung erteilt (z.B. Militärbaute: Art. 126 Abs. 2 MG, Nationalstrasse: Art. 26 Abs. 2 NSG; vgl. N 19).

 

 

C.           Grundlagen für den Entscheid

 

 

1.             Restwasserbericht oder UVB

37. Eine wichtige Grundlage für den Entscheid der zuständigen Behörde sind die Berichte nach GSchG und USG, der Restwasserbericht nach Art. 33 Abs. 4 GSchG, der bei UVP-pflichtigen Anlagen Teil des Umweltverträglichkeitsberichts ist (vgl. Komm. zu Art. 33 GSchG N 67 ff).

38. Die zuständige Behörde hat die Ergänzung ungenügender Berichte zu verlangen (vgl. Rausch/Keller, Kommentar USG, Art. 9 N 118). Unterlässt sie dies und unterlässt sie auch eigene Abklärungen, besteht die Gefahr, dass wegen der unvollständigen Ermittlung des Sachverhalts auch die Interessenermittlung unrichtig oder unvollständig ist und die Interessenabwägung fehlerhaft wird (vgl. Komm. zu Art. 33 GSchG N 10; BFE/BAFU, Bewertung, 134).

2.             Stellungsnahmen der Fachstellen und des Bundes (Abs. 3)

39. Interessierte Fachstellen, die angehört werden müssen, sind in erster Linie jene für Gewässerschutz, für Fischerei (vgl. Botschaft GSchG 1987, 1139 f.) und für Natur‑ und Landschaftsschutz sowie je nach Vorhaben weitere (z.B. für Landwirtschaft, Raumplanung, Energie). Ist eine kantonale Behörde zuständig, sind die kantonalen Fachstellen anzuhören, ist eine Behörde des Bundes zuständig, die Fachstellen des Bundes.

40. Bei Wasserentnahmen für Anlagen zur Wasserkraftnutzung mit einer
Bruttoleistung über 300 kW hat die kantonale Behörde den Bund anzuhören. Dadurch sollen einerseits ein einheitlicher Vollzug durch die Kantone gefördert und andererseits die Interessenkonflikte gemildert werden, die entstehen können, wenn die Kantone und Gemeinden an Wasserkraftwerken beteiligt sind oder solche betreiben und gleichzeitig Vollzugsbehörden sind (Botschaft GSchG 1987, 1140; Pestalozzi, Restwassermengen, 722, Fn. 55). Nach Art. 35 Abs. 2 GSchV hat die kantonale Behörde dafür zu sorgen, dass das BAFU über die Stellungnahme der kantonalen Fachstelle zum Restwasserbericht oder über einen bereinigten Entwurf dieser Stellungnahme verfügt. Das BAFU kann sich auf eine summarische Stellungnahme beschränken. Art. 35 Abs. 2 GSchV gilt für Anlagen mit einer Bruttoleistung über 300 kW bis und mit 3 MW.

41. Anlagen zur Wasserkraftnutzung mit einer Bruttoleistung von mehr als 3 MW sind UVP-pflichtig (Anh. zur UVPV, Anlagetyp Nr. 21.3, bezeichnet mit *, d.h. das BAFU ist anzuhören). Die Anhörung richtet sich nach Art. 12 Abs. 3 UVPV. Dem BAFU ist für die Anhörung die Stellungnahme der kantonalen Fachstelle zum UVB zuzustellen. Es beschränkt sich auf eine summarische Prüfung der Unterlagen.

42. Die Bedeutung der Stellungnahmen in der Praxis ist gross. Die Gerichte messen den Stellungnahmen der Fachstellen des Bundes und der Kantone ein grosses Gewicht bei (z.B. BGE 140 II 262 [Obergoms], E. 7.2). Dadurch setzen sie die Fachstellen in den Kantonen teilweise einem erheblichen verwaltungsinternen Druck aus. Auch wenn der entscheidenden Behörde eine freie Beweiswürdigung zusteht, darf sie nur aus triftigen Gründen vom Ergebnis der Begutachtung durch die Fachstellen als fachkundigen Spezialbehörden abweichen (BGE 139 II 28 [Misoxer Kraftwerke], E. 2.8.2, in URP 2012, 854; 119 Ib 254, 274 [Curciusa], E. 8a, in: URP 1993, 403; Beispiel für ein zulässiges Abweichen vom Antrag einer kantonalen Fachstelle, vgl. Komm. zu Art. 33 GSchG N 53, zweiter Punkt).

43. Die Fristen für die Einreichung der Stellungnahmen ergeben sich aus der UVPV und dem kantonalen Recht. Bei UVP-pflichtigen Anlagen ist die Frist für die Anhörung des BAFU in der UVPV (Art. 12b Abs. 3 UVPV) geregelt, ebenso die Frist, die dem BAFU zur Verfügung steht für die Beurteilung von UVB zu Projekten, die von einer Bundesbehörde geprüft werden (Art. 12b Abs. 2 UVPV). Die Fristen für die Einreichung von Stellungnahmen kantonaler Fachstellen ergeben sich aus dem kantonalen Recht. Bei nicht UVP-pflichtigen Anlagen ergeben sich allfällige Fristen aus dem kantonalen Recht.

44. Behandlungsfristen ergeben sich aus dem kantonalen Recht.

 

 

D.           Entscheid (Abs. 1 und 2)

 

 

1.             Zum Inhalt der Wasserentnahmebewilligung

45. Art. 35 GSchG regelt die Aufgaben und den Spielraum der Behörde beim Entscheid über die Dotierwassermenge und die anderen Massnahmen zum Schutz der Gewässer (s. N 6 ff.). In der Bewilligung sind weitere Punkte zu regeln, wie z.B. den Umfang der zulässigen Wasserentnahme (in l/s oder m3/s), den Zweck der Entnahme, zeitliche Vorgaben, Art und Gestaltung der Wasserfassung, Art und Häufigkeit von Kontrollen im Hinblick auf den Nachweis, dass die Dotierwassermengen eingehalten sind bzw. diesbezügliche Hinweise für die weitere Projektierung der Anlage (s. Komm. zu Art. 36 GSchG N 11), Befristung der Bewilligung. Die wichtigsten Punkte sind auch obligatorischer Inhalt einer Wasserrechtskonzession (vgl. N 12).

2.             Bestimmung der Dotierwassermenge (Abs. 1 und 2)

46. Im Rahmen der Erteilung einer Wasserentnahmebewilligung bestimmt die Behörde die Dotierwassermenge und allfällige andere Massnahmen im Einzelfall. Eine generell-abstrakte Regelung (z.B. für verschiedene Kategorien von Fliessgewässern, eingeteilt nach Kriterien wie Grösse des Gewässers, Höhenlage der Fassung, Fisch‑ oder Nichtfischgewässer usw.) ist nicht zulässig (vgl. Vor Art. 29–36 GSchG N 27).

47. Bei mehreren Entnahmestellen müssen die nach einer Wasserfassung im Gewässer zu belassende Wassermenge (Dotierwassermenge) und allenfalls weitere Massnahmen, welche zum Schutz des Gewässers notwendig sind, bei jeder einzelnen Entnahmestelle bestimmt und festgelegt werden (BGE 126 II 283, 298 [Lungerersee], E. 5b, in: URP 2000, 679; 120 Ib 233, 246 [Geisslibach], E. 7e; vgl. BUWAL, Restwassermengen Bewässerung, 5 ff., insb. 21 f.; s. Komm. zu Art. 36 GSchG N 13). Ausnahmen sind nur im Rahmen einer Schutz‑ und Nutzungsplanung zulässig (s. Komm. zu Art. 32 GSchG N 80).

48. Die Höhe der Dotierwassermenge (festgelegt in l/s oder in m3/s), die bei der Fassung im Gewässer verbleiben bzw. die Wassermenge, die als Dotierwasserabgabe ins Gewässer zurückgegeben werden muss (vgl. Komm. zu Art. 4 GSchG N 74), begrenzt die zulässige Entnahmemenge und dient der Sicherstellung angemessener Restwassermengen in der Restwasserstrecke (s. Komm. zu Art. 31 GSchG N 77; Komm. zu Art. 33 GSchG N 60). Sie kann zeitlich unterschiedlich festgelegt werden (vgl. N 53), wobei die Wassermenge nach Art. 31 und 32 GSchG nicht unterschritten werden darf (dazu N 9). Zur Bestimmung der Dotierwassermenge in Restwasserstrecken mit Versickerungsabschnitten, s. Komm. zu Art. 31 GSchG N 31 f.; vgl. auch Komm. zu Art. 33 GSchG N 15, 34.

49. In manchen Fällen erweist es sich als zweckmässig, nicht nur die Dotierwassermenge (bei der Fassung) festzulegen. Zusätzlich kann die erforderliche Restwassermenge an einer bestimmten Stelle der Restwasserstrecke festgelegt und angeordnet werden, dass soviel Dotierwasser abgegeben werden muss, dass an der betreffenden Stelle jederzeit die festgelegte Restwassermenge im Gewässer vorhanden ist (vgl. dazu Art. 54 Bst. c WRG; s. N 51). Eine solche Lösung empfiehlt sich auch, wenn unsicher ist, wie hoch die Dotierwassermenge sein muss, damit an einer bestimmten Stelle jederzeit die erforderliche Restwasserführung erreicht wird.

50. Bei der Festlegung der Dotierwassermenge spielt die natürlicherweise im Gewässer vorhandene Restwassermenge u.U. eine bedeutende Rolle (vgl. Komm. zu Art. 33 GSchG N 60).

51. Dabei ist an folgende besondere Konstellationen zu denken:

  • Weist die Restwasserstrecke Versickerungsabschnitte auf, muss dies bei der Festlegung der Dotierwassermenge berücksichtigt werden (vgl. Komm zu Art. 31 GSchG N 17 f., 31 f.; Komm. zu Art. 33 GSchG N 15). Die Dotierwassermenge muss so festgelegt werden, dass in der ganzen Restwasserstrecke die erforderlichen Restwassermengen fliessen. Zu diesem Zweck kann an der kritischsten Stelle der Restwasserstrecke, z.B. am Ende eines Versickerungsabschnittes, eine bestimmte Restwassermenge festgelegt und angeordnet werden, dass bei der Fassung jederzeit so viel Dotierwasser abgegeben werden muss, dass diese Restwassermenge an der betreffenden Stelle im Gewässer vorhanden ist. Die kritischste Stelle bei einer Restwasserstrecke mit ständiger Wasserführung ist das Ende der Versickerungsstrecke; bei einer Restwasserstrecke mit einem Abschnitt mit ständiger und anschliessend einem Abschnitt mit nicht ständiger Wasserführung ist es das Ende der Strecke mit ständiger Wasserführung. Dort müssen die Restwassermengen nach Art. 31 Abs. 1 GSchG mindestens 50 l/s betragen bzw. soviel Wasser wie zufliesst (BUWAL, Wegleitung Restwassermengen, 70 f.; vgl. Komm. zu Art. 31 GSchG N 18, 32). Allfällige Anforderungen nach Art. 31 Abs. 2 und Art. 33 GSchG müssen zusätzlich berücksichtigt werden. Damit soll vermieden werden, dass wegen Versickerung der Dotierwassermenge zu wenig Restwasser fliesst (vgl. BUWAL, Restwassermengen, 19, 46 f., 93 f. [Flembach]).
  • Mündet kurz nach einer Wasserentnahme ein grösserer Seitenbach in eine Restwasserstrecke, kann u.U. eine geringere Dotierwassermenge angeordnet werden als ohne diesen Zufluss. Neben einer höheren natürlichen Restwassermenge sichert der Seitenbach auch eine gewisse Gewässerdynamik (vgl. BGE 140 II 262 [Obergoms], E. 8.4.2, in: URP 2014, 351). In solchen Fällen muss auf geeignete Weise sichergestellt werden, dass eine dem seitlichen Zufluss entsprechende Wassermenge während der Konzessionsdauer erhalten bleibt. Sofern das Seitengewässer von der Konzession erfasst ist, lässt sich dies z.B. erreichen durch ein Verbot in der Konzession bzw. in der Konzessionsgenehmigung, den Bach zu fassen. Ist dies nicht möglich oder soll die Möglichkeit für eine zukünftige Nutzung des Wassers aus dem Zwischeneinzugsgebiet erhalten bleiben, kann eine bestimmte Restwassermenge unterhalb des Zuflusses des Seitengewässers festgelegt werden. Eine allfällige zukünftige Wasserentnahme aus dem Seitengewässer hat dann zur Folge, dass bei der Wasserfassung des Hauptbaches eine höhere Dotierwassermenge abgegeben werden muss (Beispiel: Kantonsgericht VS, Urteil vom 19. April 2012 [A1 11 94], E. 8.2.3; vgl. Huber-Wälchli/Keller, Rechtsprechung bis 2003, 35).

52. Gemäss Art. 35 Abs. 2 GSchG «kann» die Dotierwassermenge zeitlich unterschiedlich festgelegt werden. In gewissen Fällen muss sie zeitlich unterschiedlich festgelegt werden (vgl. N 8). Die Anordnung einer zuflussabhängigen Dotierwassermenge ist jedoch i.d.R. nicht zulässig, weil diese Massnahme dem zwingenden Charakter von Art. 31–33 GSchG insofern widersprechen könnte, als bei tiefen Abflüssen die nach Art. 31–33 GSchG ermittelten Restwassermengen nicht mehr eingehalten würden (Eckert, Restwassermengen, 109; vgl. aber N 55).

53. Je nach dem Ziel, das verfolgt wird, sind unterschiedliche Differenzierungen erforderlich:

  • Saisonal abgestufte Dotierwassermengen (dazu Komm. zu Art. 31 GSchG, N 77; Komm. zu Art. 33 GSchG N 62) wurden in der Praxis bereits vor dem Inkrafttreten des GSchG gelegentlich angeordnet (dazu Vor Art. 29–36 GSchG N 8). Bei den saisonal abgestuften Dotierwassermengen ist jedoch die Abstufung i.d.R grob und die Unterschiede sind – im Vergleich zu den grossen Unterschieden zwischen natürlichen Winter‑ und Sommerabflüssen in alpinen Gewässern – gering (vgl. BWG/Spreafico/ Weingartner, Hydrologie Schweiz, 60; BGE 126 II 283, 298 [Lungerersee], E. 5a, in: URP 2000, 679; BGer 1A.151/2002 vom 22. Januar 2003 [Giessbach], Sachverhalt, in: URP 2003, 235). Bei Wasserfassungen mit grosser Fassungskapazität, die nur an wenigen Tagen im Jahr Überlauf haben, werden die Abflüsse auch mit jahreszeitlich abgestuften Dotierwassermengen monoton, während bei natürlichen Abflussverhältnissen von Tag zu Tag, ja sogar innerhalb eines Tages grosse Abflussschwankungen auftreten können. Es sollten deshalb vermehrt Dotierwassermengen festgelegt werden, die zu möglichst natürlichen Abflussverhältnissen in der Restwasserstrecke führen (s. N 55; vgl. auch Komm. zu Art. 31 GSchG N 72).
  • Es kann angebracht sein, einige Male pro Jahr kurzzeitig höhere Dotierwasserabgaben in Form von mittleren Hochwassern anzuordnen. Das Fehlen von sohlenumlagernden Hochwassern führt häufig zu nachteiligen Veränderungen der Gewässermorphologie (Kolmatierung; vgl. Vor Art. 29–36 GSchG N 4) und reduziert die Speisung von Grundwasservorkommen (s. Komm. zu Art. 31 GSchG N 45). In der Praxis kann angeordnet werden, dass jährlich eine bestimmte Wasserfracht für einige künstliche Hochwasser verwendet werden muss. Damit lassen sich viele negative Folgen des reduzierten Abflusses verringern (vgl. Mürle/Ortlepp/
    Molinari, Win-Win-Lösung, 20 ff.).
  • Eine zu bestimmten Tageszeiten erhöhte Dotierwassermenge aufgrund einer Interessenabwägung nach Art. 33 GSchG kann der Sicherstellung von landschaftlichen und touristischen Anliegen, z.B. zur Speisung eines Wasserfalls, dienen (s. Komm. zu Art. 33 GSchG N 62).

54. Die Einsicht, dass im Interesse des Entwicklungsziels «ausreichende Wasserführung» im Sinne des Leitbilds Fliessgewässer Schweiz eine Dynamisierung der Abflüsse notwendig ist, hat in den letzten Jahren etwas zugenommen. Notwendig ist nicht nur ein bestimmter Minimalabfluss, sondern es muss auch eine ausreichende Variabilität des Abflusses gewährleistet sein, damit der Charakter der natürlichen Abflussdynamik für das Gewässer erhalten bleibt. Dies wurde schon vor 25 Jahren von Fachleuten der EAWAG verlangt (Bundi/Eichenberger, Restwasseranforderungen, 23; Uhlmann Brögli/Wehrli, Vollzugsdilemma, 476 f.; vgl. auch Vor Art. 29–36 GSchG N 4).

55. Die Ausgestaltung eines (teilweise) zuflussabhängigen Dotierregimes kann z.B. so erfolgen: Zunächst wird die Mindestrestwassermenge nach Art. 31 Abs. 1 oder Art. 32 Bst. a–bbis GSchG als minimale Dotierwassermenge abgegeben bzw. im Gewässer belassen (Sockelmenge). Darüber hinaus wird eine zuflussabhängige Dotierwassermenge (in % des Zuflusses abzüglich der Sockelmenge) abgegeben, welche die Anforderungen nach Art. 31 Abs. 2 und 33 GSchG erfüllt. Dieser Teil der Dotierwassermenge kann (saisonal oder monatlich) abgestuft werden. Ein solches Dotierregime hat zahlreiche Vorteile für das Gewässer. Die praktische Durchführung, d.h. die richtige Gestaltung der Wasserfassung, ist jedoch anspruchsvoll (vgl. Adami/Pitsch, Wasserfassungen). Im Kanton GR wurden mit dem Projekt «Überleitung Lugnez» bei fünf neuen Fassungen erstmals im Jahr 2013 teilweise zuflussabhängige, monatlich abgestufte Dotierregimes genehmigt (Projekt aus anderen Gründen hängig beim Bundesgericht).

56. Sollte es ausnahmsweise unumgänglich sein, trotz ungenügender Kenntnis der Abflussmenge Q347 eine Bewilligung nach Art. 29 GSchG zu erteilen, ist die Entnahmemenge einzuschränken bzw. eine deutlich zu hohe Dotierwassermenge anzuordnen. Erweist sich nachträglich, dass zur Sicherung einer angemessenen Restwassermenge eine tiefere Dotierwassermenge genügt, kann sie nachträglich herabgesetzt werden.

3.             Bestimmung anderer Massnahmen (Abs. 1)

57. Mit den «anderen Massnahmen, die zum Schutz des Gewässers unterhalb der Entnahmestelle notwendig sind» sind jene Massnahmen gemeint, die gestützt auf Art. 31 Abs. 2 und 33 GSchG anstelle einer Erhöhung der Mindestrestwassermenge getroffen werden können, damit die Anforderungen erfüllt werden (s. Komm. zu Art. 31 GSchG N 69, 75; Komm. zu Art. 33 GSchG N 45, 65).

58. Dabei steht der Behörde bei der Wahl der Mittel ein gewisses Auswahlermessen zu, sofern eine bestimmte Anforderung auf unterschiedliche Weise erreicht werden kann (Botschaft GSchG 1987, 1138 f.). Da jedoch mit Art. 31–33 GSchG angemessene Restwassermengen gesichert werden sollen, sind in erster Linie Massnahmen zu treffen, die sich auf die Wasserführung auswirken (Eckert, Restwassermengen, 109 f.).

 

 

Résumé

L'art. 35 LEaux détermine les devoirs et la marge de manœuvre de l'autorité pour les décisions sur les débits résiduels. L'al. 1 de cette disposition oblige l'autorité à fixer des débits de dotation en complément aux débits résiduels convenables. Bien que le droit cantonal détermine quelle autorité cantonale ou communale est compétente, la fixation des débits de dotation et des autres mesures nécessaires doit être impérativement effectuée par une autorité cantonale et non communale. Lors de la décision, l'autorité fixe les débits de dotation de manière concrète et pour chacun des points de prélèvement. Par «autres mesures nécessaires qui sont nécessaires pour protéger le cours d'eau» (art. 35 al. 1 LEaux), il faut comprendre toutes mesures prises par l'autorité à la place d'une augmentation des débits résiduels sur la base de l'art. 31 al. 2 LEaux. Lorsque le débit Q347 n'est pas suffisamment connu, il est déconseillé d'accorder les autorisations sur la base de l'établissement de celui-ci par des mesures ultérieures. Il faut plutôt imposer des débits de dotation prévisibles plus hauts.

Selon l'al. 2 de l'art. 35 LEaux, les débits de dotation peuvent être différenciés dans le temps. Il convient toutefois de prendre en compte les débits résiduels minimaux impératifs des art. 31 à 33 LEaux comme le débit naturel en prenant en compte les affluents. Les débits de dotation entièrement dépendants des affluents, sans garantie en tout temps des débits résiduels selon l'art. 31 al. 1 LEaux, ne sont pas autorisés.

Quant à l'al. 3, il requiert une consultation des services intéressés et de la Confédération. Cette disposition a vraisemblablement un caractère déclaratoire. Puisque l'utilisation de la force hydraulique fait partie des activités ayant des effets sur l'organisation du territoire (Art. 1 al. 2 let. c OAT), les bases légales en matière d'aménagement du territoire doivent être respectées et les conditions remplies. En matière de force hydraulique, la compétence de la Confédération est limitée à une législation de principe. Pour les prélèvements des installations d'utilisation de la force hydraulique avec une puissance brute de plus de 300 kW, l'OFEV doit être consulté.

Literatur: Adami Vito/Pitsch Pio, Neue Typen von Wasserfassungen und Dotiersysteme – Fortbildungskurs für Fischereiaufseherinnen und Fischereiaufseher, <http://www.svfa-asgp.ch/docs/
SystemesDotation-DE.pdf>, 22.8.2013 (zit. Wasserfassungen); Brunner Ursula, Auf dem Weg zur integralen Wasserwirtschaft: Das Solothurner Gesetz über Wasser, Boden und Abfall (GWBA), in: URP 2013, 479 ff. (zit. Wasserwirtschaft); Brunner Ursula/Looser Martin, Schutzintensität und Interessen im Umweltrecht – Eine Auswertung von neun umweltrechtlichen Erlassen, Schlussbericht zu einem Forschungsauftrag des Bundesamts für Umwelt (BAFU), Zürich 2012 (zit. Schutzintensität); Bundi Ulrich/Eichenberger Elie, Restwasseranforderungen aus gewässerökologischer Sicht, in: NZZ 29.3.1989, 23 (zit. Restwasseranforderungen); Eckert Maurus, Rechtliche Aspekte der Sicherung angemessener Restwassermengen, Diss. Zürich 2002 (zit. Restwassermengen); Giovannini Michelangelo, Wasserkraftwerke – gross oder klein?, in: URP 2010, 33 ff. (zit. Wasserkraftwerke); Jagmetti Riccardo, Energierecht, Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht (SBVR), Band VII, Basel/Genf/München 2005 (zit. Energierecht); Marti Arnold, Zum Inkrafttreten des Bundeskoordinationsgesetzes und weiteren Neuerungen im Bereich des Umwelt‑, Bau‑ und Planungsrechts, in: URP 2000, 291 ff. (zit. Bundeskoordinationsgesetz); Marti Jakob, Neukonzessionierung der Kraftwerke Linth-Limmern in Linthtal aus der Sicht der Behörden, in: Wasser Energie Luft 2008, 295 ff. (Neukonzessionierung Linth-Limmern); Mürle Uta/Ortlepp Johannes/Molinari Peter, Die Dynamisierung des Restwassers im Spöl – eine Win-Win-Lösung für Natur und Kraftwerksbetreiber, in: Wasser Energie Luft 2005, 20 ff. (zit. Win-Win-Lösung); Pestalozzi Martin, Sicherung angemessener Restwassermengen – alles oder nichts?, in: URP 1996, 708 ff. (zit. Restwassermengen); Riva Enrico, Wasserkraftanlagen: Anforderungen an die Vollständigkeit und Präzision des Konzessionsentscheids, in: URP 2014, 1 ff. (zit. Wasserkraftanlagen); Uhlmann Brögli Viviane/Wehrli Bernhard, Sichere Restwassermengen gegen uneingeschränkte Wasserkraftnutzung – ein Vollzugsdilemma?, in: URP/DEP 2008, 469 ff. (zit. Vollzugsdilemma).

Materialien und amtliche Publikationen: Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL) (Hrsg.) (verfasst durch Balzari & Schudel AG), Restwassermengen in Fliessgewässern – Wasserentnahmen, die insbesondere der Bewässerung dienen, Mitteilungen zum Gewässerschutz Nr. 24, Bern 1997 (zit. Restwassermengen Bewässerung); Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL)/Bundesamt für Wasser und Geologie (BWG) (Hrsg.), Leitbild Fliessgewässer Schweiz – Für eine nachhaltige Gewässerpolitik, Bern 2003 (zit. Leitbild Fliessgewässer); Wasserwirtschaftsamt BE (Hrsg.), Wasserentnahmen aus Oberflächengewässern – Sicherung der Mindestrestwassermengen – Ausgabe 2004, Bern 2004 (zit. Wasserentnahmen); Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL) (Hrsg.) (verfasst durch Vogel Urs/Kirchhofer Arthur/Breitenstein Martina), Restwassermengen – Was nützen sie dem Fliessgewässer? – Débits résiduels – quel bénéfice pour les cours d'eau?, in: Schriftenreihe Umwelt Nr. 358, Bern 2004 (zit. Restwassermengen); Bundesamt für Wasser und Geologie (BWG)/Spreafico Manfred/Weingartner Rolf (Hrsg.), Hydrologie der Schweiz – Ausgewählte Aspekte und Resultate, Berichte des Bundesamtes für Wasser und Geologie (BWG), Serie Wasser Nr. 7, Bern 2005 (zit. Hydrologie Schweiz); Bundesamt für Energie (BFE)/Bundesamt für Umwelt (BAFU) (verfasst durch Ott Walter/Bade Stephanie/Hürlimann Joachim/Leimbacher Jörg), Bewertung von Schutz‑, Wiederherstellungs‑ und Ersatzmassnahmen bei Wasserkraftanlagen, Bern 2008 (zit. Bewertung); Bundesamt für Umwelt (BAFU)/Bundesamt für Energie (BFE)/Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) (Hrsg.), Empfehlung zur Erarbeitung kantonaler Schutz‑ und Nutzungsstrategien im Bereich Kleinwasserkraftwerke, Bern 2011 (zit. Kantonale Schutz‑ und Nutzungsstrategien); Botschaft zum ersten Massnahmenpaket der Energiestrategie 2050 (Revision des Energierechts) und zur Volksinitiative «Für den geordneten Ausstieg aus der Atomenergie (Atomenergieinitiative)» vom 4. September 2013, BBl 2013 7561 ff. (zit. Botschaft Energierecht 2013).