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Art. 69 GSchG - Art. 69 LEaux

Savary Fiona
 

 

 

Aufgehoben durch Anhang Ziff. 2 des BG vom 21. Dez. 1995, mit Wirkung seit 1. Juli 1997 (AS 1997 1155; BBl 1993 II 1445).

Abrogé par le ch. 2 de l'annexe à la LF du 21 déc. 1995, avec effet au 1er juil. 1997 (RO 1997 1155; FF 1993 II 1337).

Abrogato dal n. 2 dell'all. alla LF del 21 dic. 1995, con effetto dal 1°gen. 2014 (RU 1997 1155; FF 1993 II 1213).

 

 

 

 

Inhaltsübersicht

E​ntstehungsgeschichte1
II.   ​Aufhebung der Norm4

 

 

I.              Entstehungsgeschichte

 

 

1. Der Wortlaut des Art. 69 GSchG lautete vor dessen Aufhebung folgendermassen:

4. Titel Haftpflicht

Art. 69

1       Der Inhaber eines Betriebes oder einer ortsfesten oder beweglichen Anlage, mit denen besondere Gefahren für die Gewässer verbunden sind, haftet für den Schaden, der durch entsprechende Einwirkungen entsteht.

2       Er wird von der Haftpflicht befreit, wenn er nachweist, dass der Schaden durch höhere Gewalt oder durch grobes Verschulden des Geschädigten oder eines Dritten verursacht worden ist.

3       Die Artikel 42–47, 50, 51, 53 und 60 des Obligationenrechts sind anwendbar.

4       Bund, Kantone und Gemeinden haften ebenfalls nach den Absätzen 1–3.

5       Der Bundesrat kann für die Inhaber bestimmter Betriebe oder Anlagen eine Haftpflichtversicherung vorschreiben.

6       Die Bestimmungen dieses Artikels gelten nicht für Nuklearschäden im Sinne des Kernenergiehaftpflichtgesetzes vom 18. März 1983.

2. Der Art. 69 GSchG 1991 sollte die in der Lehre als systemfremde, reine Erfolgshaftung kritisierte Bestimmung des Art. 36 GSchG 1971 ersetzen, welcher bis dahin in keinem publizierten Urteil zur Anwendung gelangt war (Botschaft GSchG 1987, 1160). Die neue Haftpflichtnorm sollte als klassische Gefährdungshaftung ausgestaltet werden und nur für Betriebe, Anlagen und Einrichtungen gelten, von welchen qualifizierte Risiken für die Gewässer ausgehen (Botschaft GSchG 1987, 1161). Auf eine gesetzliche Aufzählung solcher Betriebe, Anlagen und Einrichtungen wurde bewusst verzichtet, da eine solche zu starr wäre und zwangsläufig unvollständig bliebe (Botschaft GSchG 1987, 1162). Weiterhin sollte jedoch die allgemeine Verschuldenshaftung aus Art. 41 OR zur Anwendung kommen für Schäden, welche vorsätzlich oder fahrlässig durch einen Verstoss gegen eine allgemeine oder im Gesetz spezifizierte Sorgfaltspflicht verursacht werden (Botschaft GSchG 1987, 1161). Die neue Haftpflichtnorm sollte zudem der Tendenz zur Vereinheitlichung der Gefährdungshaftung, insbesondere im Umweltrecht, entsprechen (Botschaft GSchG 1987, 1161). Der Art. 69 GSchG 1991 statuierte eine strenge Kausalhaftung, welche für die Haftung auf die besondere Gefahr von Betrieben und Anlagen für die Gewässer abstellte (Trüeb, Kommentar USG, Art. 59a N 18).

3. Der an Art. 36 Abs. 2 GSchG 1971 angelehnte Art. 69 Abs. 2 GSchG 1991 enthielt die drei klassischen Entlastungsgründe der höheren Gewalt, des groben Selbstverschuldens des Geschädigten und des groben Verschuldens eines Dritten, welche jeweils in Relation zum konkreten Gefahrenpotential gesetzt werden müssen (Botschaft GSchG 1987, 1162). Der Verweis auf die allgemeinen Bestimmungen des OR über unerlaubte Handlungen wurde in Art. 69 Abs. 3 GSchG 1991 aus dem Art. 36 Abs. 3 GSchG 1971 übernommen (Botschaft GSchG 1987, 1163). Ausserdem stellte Art. 69 Abs. 4 GSchG 1991 klar, dass die Haftpflichtnorm des GSchG auch für Schäden gilt, welche durch Betriebe oder Einrichtungen eines Gemeinwesens verursacht werden (Botschaft GSchG 1987, 1163 f.). Durch Art. 69 Abs. 5 GSchG 1991 erhielt der Bundesrat die Kompetenz, für bestimmte Betriebe, Anlagen oder Einrichtungen ein Haftpflichtversicherungsobligatorium vorzusehen (Botschaft GSchG 1987, 1164). Der Vorbehalt zugunsten der Haftung aus dem Kernenergiehaftpflichtgesetz wurde durch Art. 69 Abs. 6 GSchG 1991 normiert und entsprach der Regelung aus Art. 36 Abs. 6 GSchG 1971 (Botschaft GSchG 1987, 1165).

 

 

II.           Aufhebung der Norm

 

 

4. Mit der Änderung des Umweltschutzgesetzes vom 21. Dezember 1995 wurde durch Anh. Ziff. 2 die Haftpflichtbestimmung des GSchG 1991 aufgehoben. Der Einwirkungsbegriff nach Art. 7 Abs. 1 USG umfasste neu auch Gewässerverunreinigungen, weshalb die damals neu eingeführten Haftpflichtbestimmungen Art. 59a und Art. 59b USG auch die Gefährdung der Gewässer erfassten. Dadurch wurde Art. 69 GSchG 1991 überflüssig (Botschaft USG 1993, 1553). Bereits 1987 war angekündigt worden, dass die Haftpflichtbestimmung des GSchG allenfalls nur übergangsmässig gelten solle (Botschaft GSchG 1987, 1161).

5. Die Haftpflichtnorm Art. 59a USG lehnt sich stark an Art. 69 GSchG 1991 an, indem sie dessen Abs. 2–4 praktisch unverändert übernimmt und den Geltungsbereich von Abs. 1 auf Schäden ausweitet, welche aus einer besonderen Gefährdung der Umwelt (und nicht mehr bloss der Gewässer) entstanden sind (Botschaft USG 1993, 1549). So sieht Art. 59a Abs. 1 USG wie der als Vorbild dienende Art. 69 Abs. 1 GSchG 1991 eine verschuldensunabhängige Gefährdungshaftung vor (Botschaft USG 1993, 1549).

6. Art. 69 GSchG 1991 war in der Praxis wie schon die Vorgängerbestimmung Art. 36 GSchG 1971 nur von geringer Bedeutung, da kein Entscheid bekannt ist, der einen Ersatzanspruch gestützt auf diese Haftungsnormen geschützt hätte (Trüeb, Kommentar USG, Art. 59a N 18).

 

 

Résumé

Cette disposition sur la responsabilité civile avait été conçue comme une classique responsabilité pour risque qui ne s'appliquait qu'aux entreprises et installations présentant un danger qualifié pour les eaux. La responsabilité aquillienne basé sur l'art. 41 CO s'appliquait en outre pour tout dommage provoqué intentionnellement ou par négligence (violation d'un devoir de diligence général ou prévu spécifiquement par une loi).  

L'art. 69 LEaux 1991 fut abrogé par la révision de la LPE du 21 décembre 1995 étant donné que la nouvelle définition des atteintes selon l'art. 7 al. 1 LPE englobait également la pollution des eaux. Les dispositions des art. 59a et 59b LPE concernaient dès lors aussi la mise en danger des eaux.