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Art. 70 GSchG - Art. 70 LEaux

Anderegg Martin

 

 

Vergehen

1             Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe wird bestraft, wer vorsätzlich:

  1. Stoffe, die das Wasser verunreinigen können, widerrechtlich mittelbar oder unmittelbar in ein Gewässer einbringt, versickern lässt oder ausserhalb eines Gewässers ablagert oder ausbringt und dadurch die Gefahr einer Verunreinigung des Wassers schafft (Art. 6);
  2. als Inhaber von Anlagen, die wassergefährdende Flüssigkeiten enthalten, die nach diesem Gesetz notwendigen baulichen und apparativen Vorrichtungen nicht erstellt oder nicht funktionsfähig erhält und dadurch das Wasser verunreinigt oder die Gefahr einer Verunreinigung schafft (Art. 22);
  3. behördlich festgelegte Dotierwassermengen nicht einhält oder die zum Schutz des Gewässers unterhalb der Entnahmestelle angeordneten Massnahmen nicht trifft (Art. 35);
  4. ein Fliessgewässer widerrechtlich verbaut oder korrigiert (Art. 37);
  5. ohne Bewilligung oder entgegen den Bedingungen einer erteilten Bewilligung Fliessgewässer überdeckt oder eindolt (Art. 38);
  6. ohne Bewilligung der kantonalen Behörde oder entgegen den Bedingungen einer erteilten Bewilligung feste Stoffe in einen See einbringt (Art. 39 Abs. 2);
  7. ohne Bewilligung oder entgegen den Bedingungen einer erteilten Bewilligung Kies, Sand oder anderes Material ausbeutet oder vorbereitende Grabungen dazu vornimmt (Art. 44).

    2         Handelt der Täter fahrlässig, so ist die Strafe Geldstrafe bis zu 180 Tagessätzen.

Délits

1         Sera puni d'une peine privative de liberté de trois ans au plus ou d'une peine pécuniaire celui qui, intentionnellement:

a.   aura de manière illicite introduit dans les eaux, directement ou indirectement, des substances de nature à les polluer, aura laissé s'infiltrer de telles substances ou en aura déposées ou épandues hors des eaux, créant ainsi un risque de pollution pour les eaux (art. 6);

b.   en sa qualité de détenteur d'une installation contenant des liquides de nature à polluer les eaux, n'aura pas, conformément à la présente loi, installé les appareils et aménagé les constructions nécessaires à la protection des eaux ou ne les aura pas maintenus en état de fonctionner, polluant ainsi l'eau ou créant un risque de pollution (art. 22);

c.   n'aura pas respecté le débit de dotation fixé par l'autorité ou n'aura pas pris les mesures prescrites afin de protéger le cours d'eau à l'aval du prélèvement (art. 35);

d.  aura, de manière illicite, endigué ou corrigé un cours d'eau (art. 37);

e.   aura, sans autorisation ou en violation des conditions énoncées dans l'autorisation, couvert ou mis sous terre un cours d'eau (art. 38);

f.    aura, sans autorisation de l'autorité cantonale ou en violation des conditions énoncées dans l'autorisation, introduit des substances solides dans un lac (art. 39, al. 2);

g.   aura, sans autorisation ou en violation des conditions énoncées dans l'autorisation, exploité du gravier, du sable ou d'autres matériaux ou entrepris des fouilles préliminaires à cette fin (art. 44).

2             Si l'auteur a agi par négligence, la peine sera une peine pécuniaire de 180 jours-amende au plus.

Delitti

1         È punito con una pena detentiva fino a tre anni o con una pena pecuniaria chiunque, intenzionalmente:

a.   illecitamente, direttamente o indirettamente, introduce nelle acque, lascia infiltrare oppure deposita o spande fuori dalle acque sostanze atte a inquinarle e con ciò provoca un pericolo d'inquinamento delle acque (art. 6);

b.   come detentore di impianti contenenti liquidi inquinanti, omette di prendere le misure di natura edile e di predisporre le apparecchiature necessarie secondo la presente legge, o non provvede alla loro manutenzione e con ciò inquina le acque o fa insorgere un pericolo di inquinamento (art. 22) ;

c.   non rispetta la portata di dotazione stabilita dalle autorità, oppure omette di prendere le misure ordinate per proteggere le acque a valle del prelievo (art. 35);

d.  argina o corregge illecitamente un corso d'acqua (art. 37);

e.   senza esserne autorizzato dall'autorità cantonale o contrariamente alle condizioni fissate nell'autorizzazione, procede alla copertura di un corso d'acqua o alla sua messa in galleria (art. 38);

f.    senza esserne autorizzato dall'autorità cantonale o contrariamente alle condizioni fissate nell'autorizzazione, introduce sostanze solide in un lago (art. 39 cpv. 2);

g.   senza esserne autorizzato dall'autorità cantonale o contrariamente alle condizioni fissate nell'autorizzazione, estrae ghiaia, sabbia o altro materiale, o intraprende lavori di scavo a tale scopo (art. 44).

2         Se l'autore ha agito per negligenza, la pena è una pena pecuniaria fino a 180 aliquote giornaliere.

 

Inhaltsübersicht

Entstehungsgeschichte1
II.  ​Allgemeine Bemerkungen5
III.   Kommentierung10
A.Einleitungssatz (Abs. 1)10
B.Einbringen, Versickern lassen, Ablagern oder Ausbringen von wassergefährdenden Stoffen (Bst. a) 12
1.Schutzobjekt13
2.Täterschaft16
3.Stoffe, die das Wasser verunreinigen können17
​4.Mittelbares oder unmittelbares Einbringen oder Versickern lassen21
5.Ablagern oder Ausbringen ausserhalb eines Gewässers und Schaffung einer konkreten Gefahr          29
6.Widerrechtlichkeit36
​7.​Konkurrenzen38
​C.​Inhaber von Anlagen, die notwendige Vorrichtungen nicht erstellen oder funktionstüchtig halten (Bst. b)  41
​1.Schutzobjekt41
​2.Täterschaf42
​3.​Inhaber von Anlagen, die wassergefährdende Flüssigkeiten enthalten43
​4.​Nicht Erstellen und funktionsfähig Erhalten der notwendigen baulichen und apparativen Vorrichtungen         ​46
​5.​Verunreinigung oder Gefahr einer Verunreinigung47
​D.Nichteinhaltung der Dotierwassermenge (Bst. c)​48
​1.​Schutzobjekt48
​2.​Täterschaft49
​3.Nichteinhalten der behördlich festgelegten Dotierwassermenge und Nichttreffen der angeordneten Massnahmen50
​E.​Widerrechtliche Verbauung und Korrektion von Fliessgewässern (Bst. d)54
​1.​Schutzobjekt54
​2.Täterschaft55
3.Verbauung und Korrektion56
4.Widerrechtlichkeit58
F.Überdeckung und Eindolung ohne oder entgegen Bedingungen der Bewilligung (Bst. e)59
1.Schutzobjekt59
2.Täterschaft60
​3.​Überdecken oder Eindolen ohne Bewilligung oder entgegen den Bedingungen der Bewilligung61
​G.​Einbringen von festen Stoffen in einen See ohne oder entgegen den Bedingungen der Bewilligung (Bst. f)66
​1.​Schutzobjekt66
​2.​Täterschaft67
​3.​Einbringen von festen Stoffen ohne Bewilligung oder entgegen den Bedingungen der Bewilligung68
​H.​Ausbeutung von Material ohne oder entgegen den Bedingungen der Bewilligung (Bst. g)74
​1.​Schutzobjekt74
​2.​Täterschaft76
​3.​Ausbeutung ohne Bewilligung oder entgegen den Bedingungen der Bewilligung77
​4.Vorbereitende Grabungen ohne Bewilligung oder entgegen den Bedingungen
der Bewilligung
​I.​Fahrlässigkeit (Abs. 2) 84

 

 

I.              Entstehungsgeschichte

 

 

1. Das GSchG 1955 enthielt in Art. 15 eine einzige Strafbestimmung. Die Strafsanktion stand lediglich auf der Stufe der Übertretung, was in den praktischen Auswirkungen nicht zu befriedigen vermochte. Im Kampf gegen die Verunreinigung der Gewässer war mit blossen Übertretungsstrafen allein nicht mehr auszukommen (Botschaft GSchG 1970, 473). Auf die vorhandenen Mängel und die ungenügende Strafdrohung des GSchG 1955 wies beispielsweise Nationalrat Sauser im März 1963 bei der Begründung seines Postulates «Verschärfung der Strafbestimmungen beim Gewässerschutz» mit Nachdruck hin (AB 1963 N 241 ff.). Dass der Gewässerschutz mit schärferen Strafen durchgesetzt werden muss, war unbestritten. Als erste Massnahme legte das Departement des Innern in zwei Kreisschreiben vom Frühjahr 1963 und vom September 1965 den kantonalen Behörden eine Verschärfung der Strafpraxis nahe. Auch aus den gesetzlichen Vorarbeiten zum GSchG 1971 geht hervor, dass gerade das Gewässerschutzstrafrecht eine starke Waffe im Kampf gegen die gravierendsten Schädigungen der Gewässer hätte sein sollen (Stumm, Strafrechtliche Judikatur, 1).

2. Die Nachteile von Art. 15 GSchG 1955, insbesondere die der Bedeutung des Rechtsguts Wasser in keiner Weise gerecht werdende Strafdrohung, veranlassten den Gesetzgeber des GSchG 1971, die gravierendsten Gewässerbeeinträchtigungen auf Vergehensstufe zu regeln (Piraccini, Vergehenstatbestände, 20 f.; vgl. auch Stumm, Strafrechtliche Judikatur, 4 ff.). Das GSchG 1971 behandelte in den Art. 37 und 38 eine Anzahl schwerwiegender Verletzungen von Verhaltensvorschriften, die in den meisten Fällen zu Verunreinigungen der Gewässer führten oder zumindest eine grosse Gefahr der Verunreinigung enthielten (Botschaft GSchG 1987, 1165).

3. Beim Erlass des geltenden GSchG bestand kein Anlass, die Strafbestimmung des GSchG 1971 inhaltlich zu ändern. Hingegen brachten es die neuen Vorschriften über die Sicherung angemessener Restwassermengen und über die Verhinderung anderer nachteiliger Einwirkungen auf die Gewässer mit sich, dass die Strafbestimmungen entsprechend ergänzt werden mussten (Botschaft GSchG 1987, 1165).

4. In der parlamentarischen Beratung war Art. 70 GSchG, mit Ausnahme eines Antrages bezüglich maximaler Bussenhöhe, unbestritten (AB 1989 N 1088, AB 1989 S 729). Die Räte stimmten dem Entwurf des Bundesrates diskussionslos zu. Seit dem Inkrafttreten sind der Einleitungssatz (Abs. 1) sowie der Abs. 2 als Folge der Gesamterneuerung der Allgemeinen Bestimmungen (Erstes Buch) des StGB angepasst worden (vgl. dazu N 11, N 84).

 

 

II.           Allgemeine Bemerkungen

 

 

5. Das Gewässerschutzstrafrecht und insbesondere Art. 70 GSchG sollten eigentlich dazu dienen, den Vollzug zu verstärken (vgl. auch N 1). Widerhandlungen gegen die gesetzliche Ordnung sind zu sanktionieren; wer gegen Verhaltenspflichten des GSchG, beispielsweise verwaltungrechtliche Verbote, verstösst, soll nach dem Willen des Gesetzgebers strafrechtlich belangt werden. In der Praxis muss aber festgestellt werden, dass der Beitrag der gewässerschutzrechtlichen Strafbestimmungen zu einem wirksamen Vollzug bisher eher bescheiden geblieben ist. Entscheidend ist dabei vor allem, dass die verhängten Strafen oft zu tief ausfallen (vgl. auch Huber-Wälchli, Vollzug Umweltrecht, 852). Die Strafen betragen heute häufig nur wenige 100 Franken. Bereits 1970 stellte der Bundesrat fest, die Strafen der schweizerischen Richter und Administrativbehörden würden sich nach wie vor im unteren Bereich der Möglichkeiten bewegen (Botschaft GSchG 1970, 431). Diese Feststellung ist in der Analyse der strafrechtlichen Judikatur im Gewässerschutz, die 1988 mit Unterstützung des Schweizerischen Nationalfonds durchgeführt wurde, bestätigt worden (Stumm, Strafrechtliche Judikatur, 17). Die noch im Rahmen des GSchG 1971 geäusserte Kritik, Gewässerverunreinigungen würden als blosse Kavaliersdelikte behandelt und zu milde bestraft (Stumm, Strafrechtliche Judikatur, 1), ist auch heute teilweise noch berechtigt. Beispielsweise wird in der von Interface im Auftrag des BAFU durchgeführten Studie «Stärkung des Vollzugs im Umweltbereich» vom Juli 2013 festgestellt, das strafrechtliche Instrumentarium zur Durchsetzung des Vollzugs scheine wenig griffig zu sein. Bussen hätten vielfach nur symbolischen Charakter (Interface, Vollzug, 109, 141). Immerhin ist aber auch festzuhalten, dass beispielsweise die Strafbehörden des Kantons St. Gallen bei gravierenden Widerhandlungen gegen das GSchG schon verschiedentlich Freiheitsstrafen ausgesprochen haben. Bemerkenswert ist auch, dass die Instrumente der Einziehung von Vermögenswerten bzw. der Ersatzforderungen nach Art. 70 f. StGB (vgl. Vor Art. 70–73 GSchG N 4; Alkalay, Umweltstrafrecht, 33; Heine, Reform des Umweltstrafrechts, 101) häufig wirksamer sind als die ausgesprochenen Strafen (Huber-Wälchli, Vollzug Umweltrecht, 852). Beispielsweise wurde

  • ein Unternehmer, der u.a. belastetes Inertstoffmaterial als Hinterfüllung bei einem Mehrfamilienhaus verwendete und dadurch auch die Gefahr einer Gewässerverunreinigung schuf, zu einer Ersatzforderung von CHF 49'000 verpflichtet und zu einer Busse von CHF 5'000 verurteilt; allerdings auch wegen Widerhandlungen gegen das USG (Strafbefehl der Staatsanwaltschaft SG vom 3. Juni 2013);
  • eine Bauunternehmung, die unter anderem Baustellenabwasser unbehandelt in ein Gewässer einleitete und so die Kosten für die notwendigen Gewässerschutzmassnahmen einsparte, zu einer Ersatzforderung von CHF 8'500 verpflichtet und zu einer Busse von CHF 5'000 verurteilt; allerdings auch wegen Widerhandlungen gegen das USG (Strafbefehl der Staatsanwaltschaft SG vom 28. März 2012);
  • ein Grundeigentümer, der bei der Installation einer Erdwärmesonde anfallendes Bohrwasser nicht ordnungsgemäss mit Mulden entsorgte, sondern dieses durch einen Landwirt auf dessen Liegenschaften austragen liess, was in der Folge zu einer Gewässerverschmutzung führte, zu einer Ersatzforderung von CHF 4'000 verpflichtet und zu einer Busse von CHF 1'000 verurteilt (Bussenverfügung der Staatsanwaltschaft SG vom 25. Juni 2010);
  • ein Landwirt, der Bohrwasser auf seinen Liegenschaften austrug, was in der Folge zu einer Gewässerverschmutzung führte, zu einer Ersatzforderung von CHF 1'000 verpflichtet und zu einer Busse von CHF 500 verurteilt (Bussenverfügung der Staatsanwaltschaft SG vom 25. Juni 2010);
  • ein Verantwortlicher eines Betriebes, der gewerbliche Abfälle über die Kanalisation entsorgte und so Entsorgungskosten sparte, zu einer Ersatzforderung von CHF 7'000 verpflichtet und zu einer Busse von CHF 4'000 verurteilt (Kreisgericht U., Kt. SG, Urteil vom 2. Dezember 2004).

6. Das Gewässerschutzstrafrecht ist heute Teil des Nebenstrafrechts, was sich gelegentlich im nur mässigen Engagement der Strafjustiz bemerkbar macht (vgl. Ettler, Kommentar USG, Vor Art. 60–62 N 15 m.H.). Ein Lösungsansatz im Hinblick auf eine Verstärkung des Vollzugs könnte die Aufnahme des Umweltstrafrechts und damit auch des Gewässerschutzstrafrechts ins Hauptstrafrecht sein (vgl. dazu auch Interface, Vollzug, 142). Die Aufnahme von schweren Umweltbelastungen mit potentiell gefährlichen Auswirkungen als Straftatbestände ins StGB hätte Signalwirkung. Wie die internationale Erfahrung gezeigt hat, werden Verstösse gegen solche Straftatbestände von den Umweltvollzugs‑ und den Strafverfolgungsbehörden ihrer aufgewerteten Bedeutung entsprechend behandelt und von den Bürgern nicht mehr als blosse Kavaliersdelikte wahrgenommen (Heine, Reform des Umweltstrafrechts, 112 f.).

7. In Art. 70 GSchG werden als Vergehenstatbestände nur solche Verstösse erfasst, die von einer bestimmten Tragweite sind und die Gewässer in der Regel in schwerwiegender Weise beeinträchtigen (Botschaft GSchG 1987, 1165). Als wichtigste Bestimmung ist Art. 70 Abs. 1 Bst. a GSchG zu nennen, der Verstösse gegen das generelle Verunreinigungsverbot (Art. 6 GSchG) mit Strafe bedroht (Keller, Vollzug, 415). In der Praxis kommt es auch regelmässig zu Strafverfahren, in denen es um die Anwendung von Art. 70 Abs. 1 Bst. b GSchG geht. Strafverfahren, die Widerhandlungen gegen die Art. 70 Abs. 1 Bst. c bis g GSchG zum Inhalt haben, sind selten.

8. In Art. 70 GSchG wird zwischen vorsätzlicher und fahrlässiger Tatbegehung unterschieden (vgl. Vor Art. 70–73 GSchG N 2 f.). Bei vorsätzlichen Widerhandlungen sind Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe, bei fahrlässigen Widerhandlungen Geldstrafen bis zu 180 Tagessätzen, möglich.

9. Versuch, Gehilfenschaft und Anstiftung sind bezüglich der Vergehen gegen Art. 70 GSchG strafbar (vgl. Vor Art. 70–73 GSchG N 3).

 

 

III.        Kommentierung

 

 

A.           Einleitungssatz (Abs. 1)

 

10. Art. 70 GSchG steht unter dem Randtitel «Vergehen». Vergehen sind Taten, die mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bedroht sind (Art. 10 Abs. 3 StGB). Dementsprechend sieht Art. 70 Abs. 1 GSchG als Strafandrohung für die vorsätzliche Tatbegehung (vgl. Vor Art. 70–73 GSchG N 2 f.) Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe vor.

11. Am 1. Januar 2007 trat die Gesamterneuerung der Allgemeinen Bestimmungen (Erstes Buch) des StGB in Kraft (AS 2006 3459 ff.). Kernstück der Gesamterneuerung war die Einführung eines neuen Sanktionensystems. Das bisherige Recht sah als Strafarten Zuchthaus, Gefängnis, Haft und Busse vor; das revidierte StGB kennt als Strafarten Freiheitsstrafe, gemeinnützige Arbeit, Geldstrafe und Busse. Ab dem 1. Januar 2007 mussten die Strafandrohungen der einzelnen Straftatbestände an das neue Sanktionensystem angepasst werden. In diesem Zusammenhang erliess der Gesetzgeber in Art. 333 Abs. 2–5 StGB sogenannte Transformationsregeln, die zunächst und bis zum 1. August 2010 auch auf Art. 70 GSchG angewandt wurden. Anlässlich einer Revision des Gentechnikgesetzes benutzte der Gesetzgeber dann die Gelegenheit, das GSchG sowie weitere Erlasse an die Systematik und die Terminologie des neuen Sanktionensystems anzupassen (vgl. Griffel/Rausch, Kommentar USG Ergänzungsband, Vor Art. 60–62 N 2 ff.). Mit dieser Anpassung, die am 1. August 2010 in Kraft trat, wurde die frühere Strafandrohung, welche auf Gefängnis oder Busse lautete, ersetzt (vgl. Botschaft Gentechnikgesetz 2009, 5450).

 

B.            Einbringen, Versickern lassen, Ablagern oder Ausbringen von wassergefährdenden Stoffen (Bst. a)

 

12. Die Verknüpfung des verwaltungsrechtlichen Verunreinigungsverbotes (Art. 6 GSchG) mit einem Straftatbestand (Art. 70 Abs. 1 Bst. a GSchG) wurde vom GSchG 1971 übernommen (dort Art. 14 und 37 GSchG 1971). Anders als Art. 37 Abs. 1 Unterabsätze 1 und 2 GSchG 1971 ist Art. 70 Abs. 1 Bst. a GSchG offensichtlich zusammengefasst worden. Das Ergebnis dieser redaktionellen Straffung ist unbefriedigend, da der Wortlaut von Abs. 1 Bst. a mehrdeutig und damit auslegungsbedürftig ist (Stutz, Abwasserrecht, 118; vgl. auch N 21 ff. und N 29 ff.).

 

1.             Schutzobjekt

 

13. Schutzobjekte von Art. 70 Abs. 1 Bst. a GSchG sind oberirdische und unterirdische Gewässer (vgl. Art. 2 und Art 4 Bst. a und b GSchG), welche dem natürlichen Wasserkreislauf unterworfen sind (Hunger, Sanierungspflicht, 232 m.H.).

14. Wasser, welches in Kanalisationen und zentrale Abwasserreinigungsanlagen fliesst, stellt kein Gewässer im Sinn des GSchG dar (BGE 120 IV 300, E. 3a; 107 IV 63, E. 2; Piraccini, Vergehenstatbestände, 23 ff., 46 ff.; Stutz, Abwasserrecht, 70). Jedoch kann auch das Einbringen eines wassergefährdenden Stoffes in die Kanalisation oder in die Kläranlage eine strafbare Handlung darstellen, insbesondere wenn der Stoff in der Kläranlage nicht abzubauen ist und deshalb in den Vorfluter gelangt (BGE 120 IV 300, E. 3a). Es liegt dann eine mittelbare Gewässerverschmutzung vor (vgl. N 21 ff.).

15. Wo beispielsweise ein verunreinigender Stoff dank rechtzeitigem Eingreifen in der Kläranlage mit besonderen Mitteln gebunden werden kann, so dass er nicht in den Vorfluter gelangt, liegt eine versuchte Widerhandlung vor, sofern der Täter vorsätzlich gehandelt hat (BGE 120 IV 300, E. 3a; 107 IV 63, E. 2).

 

2.             Täterschaft

 

16. Beim Gewässerverunreinigungsverbot von Art. 6 GSchG handelt es sich um eine Verhaltenspflicht, die sich an jedermann richtet (Stutz, Abwasserrecht, 114 m.H.). Als Täter kommt jedermann in Frage, der gegen diese Verhaltenspflicht verstösst.

 

3.             Stoffe, die das Wasser verunreinigen können

 
17. Als Stoffe, die das Wasser verunreinigen können, kommen feste, flüssige oder gasförmige Stoffe in Frage; ihre Eigenschaft, Wasser verunreinigen zu können, ist entscheidend (Hunger, Sanierungspflicht, 232 m.H.; vgl. auch Piraccini, Vergehenstatbestände, 129).
 
18. Eine solche Verunreinigung liegt nach Art. 4 Bst. d GSchG bei einer nachteiligen physikalischen, chemischen oder biologischen Veränderung des Wassers vor. Als «nachteilig» zu qualifizieren ist jede messbare Mehrbelastung gegenüber dem Ausgangszustand, d.h. unabhängig vom ursprünglichen Reinheitsgrad des Wassers (BGer 1C_390/2008 vom 15. Juni 2009, E. 2.2 m.H., in: URP 2009, 634 ff.). Die Gewässerschutzgesetzgebung verbietet jede Verunreinigung im Sinn von Art. 4 Bst. d GSchG, die nicht ausdrücklich erlaubt ist. Es gilt das gewässerschutzrechtliche Reinhaltungsgebot (BGer 1C_390/2008 vom 15. Juni 2009, E. 2.2 m.H., in: URP 2009, 634 ff.).
 
19. In der Botschaft GSchG 1987 werden Gülle, Mistwässer und Silosäfte als Stoffe, die Wasser verunreinigen können, aufgezählt (Botschaft GSchG 1987, 1109). Dabei handelt es sich allerdings bloss um eine beispielhafte Aufzählung (BGer 1A.51/2005 vom 29. November 2005, E. 2.3). Bereits die strafrechtliche Praxis zeigt, dass die verschiedensten Stoffe geeignet sind, das Wasser zu verunreinigen, so beispielsweise:
  • Jauche (BGE 78 IV 170; BGer 6B_642/2008 vom 9. Januar 2009, in: URP 2009, 166 ff.; BGer 6B_477/2013 vom 12. September 2013, in: URP 2015, 116 ff.);
  • Mist, Mistsickerwasser und Silosäfte (BGer 1C_390/2008 vom 15. Juni 2009, in: URP 2009, 634 ff.);
  • Öl (BGer 6S.520/2001 vom 27. September 2002, in: URP 2003, 279, E. 1.2; OGer ZH, Urteil vom 13. Januar 2003, in: URP 2003, 769 ff.; BGE 107 IV 63; 101 IV 419; 98 IV 204);
  • Pflanzenschutzmittel (BGE 120 IV 300, E. 3b/bb);
  • quecksilberhaltiges Wasser, das in die öffentliche Kanalisation abgeleitet wird (BGer 6S.531/2001 vom 18. Januar 2002, in: URP 2002, 114 ff.;
  • ein Stahltresor, der nicht aus rostfreiem Stahl besteht (BGE 104 IV 43, E. 2a; vgl. dazu auch Heine, Reform des Umweltstrafrechts, 100 f.);
  • stark ätzendes Reinigungsmittel, das in ein Gewässer eingebracht wurde, auch wenn ein Teil des gewässerverunreinigenden Stoffes, der im Bachbett weissliche Rückstände bildete, wieder aus dem Bach – der gerade kein Wasser führte – entfernt werden konnte (BGer 6B_607/2010 vom 5. November 2010, in: URP 2011, 154 ff., 157, E 4.3);
  • Betonmehl, das auf einer Baustelle bei Betonfräsarbeiten anfällt und in einen Schlammsammler abgeleitet wird, der in der Meteorwasserkanalisation eingesetzt ist (OGer ZH, Urteil vom 19. Dezember 2013);
  • zementhaltiges Baustellenabwasser, das in einen Bach eingeleitet wird (Strafbescheid der Staatsanwaltschaft SG vom 22. Juni 2010);
  • bleihaltige Farbrückstände, die über ein Waschbecken in die Kanalisation gelangen und auf der Kläranlage nicht vollständig abgebaut werden können (Bussenverfügung der Staatsanwaltschaft SG vom 20. November 2007);
  • Rasenmarkierfarbe, die via Meteorwasserschacht entsorgt wird und in einen Bach gelangt (Bussenverfügung der Staatsanwaltschaft SG vom 2. November 2010);
  • Fahrräder, die von einer Brücke in einen Fluss geworfen werden (Strafbefehl der Staatsanwaltschaft SG vom 25. April 2013);
  • Köpfe von gewilderten Hirschen, ein Rucksack mit dem Aufbruch eines Hirsches sowie ein Jagdgewehr, die im Rhein entsorgt werden (Strafbefehl der Staatsanwaltschaft SG vom 29. Mai 2013);
  • Inertstoffmaterial, das u.a. Chrom VI enthält und als Hinterfüllung bei einem Mehrfamilienhaus verwendet wird (Strafbefehl der Staatsanwaltschaft SG vom 3. Juni 2013);
  • Milch, die beim Befüllen eines Milchtankwagens überläuft und via Meteorwassersystem in einen Bach gelangt (Strafbefehl der Staatsanwaltschaft SG vom 10. März 2014).

20. Die Formulierung «Stoffe, die Wasser verunreinigen können» weist darauf hin, dass nicht in jedem Einzelfall der Nachweis geführt werden muss, Wasser sei tatsächlich verunreinigt worden. Es genügt, die wasserverunreinigenden Eigenschaften eines Stoffes abstrakt zu bestimmen (Stutz, Grundwasserschutz, 674).

 

4.             Mittelbares oder unmittelbares Einbringen oder Versickern lassen

 

21. Nach Art. 6 Abs. 1 GSchG ist es untersagt, Stoffe, die Wasser verunreinigen können, mittelbar oder unmittelbar in ein Gewässer einzubringen oder sie versickern zu lassen. Ein Verstoss gegen dieses Verbot hat strafrechtliche Folgen.

22. Einbringen bedeutet das Beifügen schädlicher Stoffe in festem, flüssigem oder gasförmigem Aggregatzustand (Wagner Pfeifer, Umweltrecht II, N 849 m.H.).

23. Unmittelbares Einbringen liegt vor, wenn wassergefährdende Stoffe direkt, also ohne Zwischenstufe, dem Gewässer beigefügt werden. So beispielsweise beim Einleiten, Einlassen, Eingiessen, Hineinfliessen‑ oder ‑tropfenlassen oder aber beim Einwerfen, Hineinrutschen oder Hineinkippen (Piraccini, Vergehenstatbestände, 65; Stutz, Abwasserrecht, 114, Fn. 433; Hunger, Sanierungspflicht, 233).

24. Mittelbares Einbringen liegt vor, wenn wasserverunreinigende Stoffe über die Kanalisation in die Gewässer gelangen (Schindler, Rechtsfragen, 463; Hunger, Sanierungspflicht, 233) oder wenn sie auf das Erdreich geschüttet werden und durch dieses hindurch in das Grundwasser gelangen (BGE 101 IV 419, E. 5; Piraccini, Vergehenstatbestände, 65 f.). Mittelbar im Sinne des GSchG wird dann etwas in ein Gewässer eingebracht, wenn dem Gewässer Verunreinigungsstoffe nicht direkt, sondern über den Umweg einer Zwischenstufe (z.B. Erdreich, Kanalisation, Drittstoffe) beigefügt werden. Zudem muss die Kausalität erstellt sein (Piraccini, Vergehenstatbestände, 67 f.).

25. Mit dem Wort «mittelbar» wird einzig und allein die Art des Einbringens der gefährlichen Stoffe konkretisiert. Das Wort bezieht sich nicht auf die Täterschaft (OGer ZH, Urteil vom 4. April 2001, in: URP 2001, 965 ff.).

26. Wird der Grenzwert eines wassergefährdenden Stoffes am Ort der Einleitung in ein Gewässer nicht erreicht, sondern lediglich in Zuleitungsschächten auf einem nahen Betriebsgelände, so ist das objektive Tatbestandselement des «mittelbaren oder unmittelbaren Einbringens in ein Gewässer» nicht erfüllt (OGer ZH, Urteil vom 13. Januar 2003, in: URP 2003, 769 ff.; Huber-Wälchli/Keller, Rechtsprechung 2003–2012, 274).

27. Ein Versickernlassen ist dann gegeben, wenn eine Flüssigkeit auf das Erdreich ausgeschüttet wird, in dieses eindringt und so in den Untergrund gelangt. Wo die wassergefährdende Flüssigkeit auf befestigten, flüssigkeitsundurchlässigen Boden ausfliesst und nicht ins Erdreich, sondern in eine Kanalisation gerät, kann von einem Versickernlassen nicht die Rede sein (BGE 107 IV 63, E. 4).

28. Beim widerrechtlichen, unmittelbaren oder mittelbaren Einbringen von wasserverunreinigenden Stoffen in ein Gewässer oder beim Versickernlassen solcher Stoffe muss eine konkrete Gefahr für das Gewässer nicht nachgewiesen werden. Es genügt der Nachweis, dass Stoffe, die Wasser verunreinigen können, widerrechtlich mittelbar oder unmittelbar in ein Gewässer gelangten oder in den Untergrund versickerten (Stutz, Abwasserrecht, 119 ff.; Stutz, Grundwasserschutz, 674 f.; Hunger, Sanierungspflicht, 234). In der Strafpraxis wird dies häufig zu wenig beachtet und zur Erfüllung des Tatbestandes von Art. 70 Abs. 1 Bst. a GSchG immer der Nachweis einer konkreten Gefahr verlangt (vgl. OGer ZH, Urteil vom 13. Januar 2003, E. 5, in: URP 2003 769 ff., 773; OGer TG, Urteil vom 4. November 2004 [SBR.2004.29], in: RBOG 2004 Nr. 25). Tatbestandsmässig ist aber allein das widerrechtliche Einbringen oder Versickernlassen von verunreinigenden Stoffen (Stutz, Abwasserrecht, 119 m.H.). Ob das Einbringen oder Versickernlassen tatsächlich zu nachteiligen Einwirkungen auf das Gewässer führt, ist nicht relevant. Art. 6 Abs. 1 GSchG verlangt ohne Rücksicht auf die allenfalls durch das Einbringen oder Versickernlassen drohende Beeinträchtigung des Gewässers, dass die wasserverunreinigenden Stoffe nicht in das Gewässer gelangen (Stutz, Abwasserrecht, 115).

 

5.             Ablagern oder Ausbringen ausserhalb eines Gewässers und Schaffung einer konkreten Gefahr

 

29. Gemäss Art. 6 Abs. 2 GSchG ist es untersagt, Stoffe, die Wasser verunreinigen können, ausserhalb eines Gewässers abzulagern oder auszubringen, sofern dadurch die konkrete Gefahr einer Verunreinigung des Wassers entsteht. Dieses verwaltungsrechtliche Verbot wird mit strafrechtlichen Mitteln unterstützt; eine Widerhandlung gegen das Verbot hat strafrechtliche Konsequenzen.

30. In einem Entscheid vom 29. Mai 1981 verstand das BGer unter Ablagern das endgültige Deponieren oder Niederlegen fester Stoffe ausserhalb des Gewässers (BGE 107 IV 63, E. 4; vgl. auch Piraccini, Vergehengstatbestände, 91). Eine ähnliche Umschreibung kennt auch das USG. Dort wird als Ablagern das endgültige Unterbringen von Abfällen in nicht mehr geringfügigem Umfang verstanden, nicht jedoch ein bloss vorübergehendes Abstellen oder Zwischenlagern (Tschannen, Kommentar USG, Art. 30e N 9).

31. Im GSchG spielt es – im Gegensatz zum USG – keine Rolle, ob ein wassergefährdender Stoff, der eine Gefahr für die Gewässer darstellt, endgültig oder nur vorübergehend abgelagert wurde (Stutz, Abwasserrecht, 115, N 436). Auch eine vorübergehende Ablagerung kann Wasser verunreinigen, weshalb es nicht auf die Dauer ankommen kann, sondern auf die Gefährdung (Hunger, Sanierungspflicht, 233). Beispielsweise kommt es in der Praxis regelmässig zu strafrechtlich relevanten Gefährdungen von Gewässern, weil Mist ausserhalb des befestigten Mistlagers auf dem Feld zwischengelagert wird und dabei die einschlägige Vollzugshilfe (BAFU/BLW, Umweltschutz Landwirtschaft, Ziff. 5.4) nicht beachtet wird.

32. Unter dem Begriff des Ausbringens von wasserverunreinigenden Stoffen wird das Versprühen oder Verregnen solcher Stoffe auf landwirtschaftlichen Flächen verstanden (Stutz, Abwasserrecht, 115, N 437; Hunger, Sanierungspflicht, 233).

33. Bei den Tatbeständen des Ablagerns oder Ausbringens von wasserverunreinigenden Stoffen ausserhalb eines Gewässers ist der Nachweis einer konkreten Gefahr einer Verunreinigung des Wassers erforderlich. Es handelt sich um konkrete Gefährdungsdelikte (Stutz, Abwasserrecht, 118 ff.; Stutz, Grundwasserschutz, 674 f.; Hunger, Sanierungspflicht, 234). Eine abstrakte Gefährdung genügt nicht (BGer 6B_642/2008 vom 9. Januar 2009, E. 3, in: URP 2009, 166 ff.). Von einer konkreten Gefahr im Sinne dieser Bestimmung ist auszugehen, wenn nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge die Wahrscheinlichkeit oder nahe Möglichkeit einer Verletzung des geschützten Rechtsguts besteht (BGer 6B_642/2008 vom 9. Januar 2009, E. 3, in: URP 2009, 166 ff.; 6S.520/2001 vom 27. September 2002, in: URP 2003, 279, E. 1.2; BGE 124 IV 114, E. 1; 123 IV 128, E. 2a). Im Einzelfall sind somit insbesondere Stoffeigenschaften und ‑mengen, Lage des Gewässers und vorhandene Schutzvorkehren zu berücksichtigen (vgl. Stutz, Abwasserrecht, 115; Wagner Pfeifer, Umweltrecht II, N 852).

34. Beispielsweise wird mit der Einleitung von stark alkalischem Fräsabwasser in einen Schlammsammlerschacht, der in einer Meteorwasserkanalisation eingesetzt ist, eine erhebliche Möglichkeit der Verschmutzung eines Gewässers und damit eine konkrete Gefahr im Sinne von Art. 6 Abs. 2 GSchG geschaffen. Somit liegt ein tatbestandsmässiges Verhalten i.S.v. Art. 70 Abs. 1 Bst. a GSchG vor (OGer ZH, Urteil vom 19. Dezember 2013).

35. In einem Entscheid vom 12. September 2013 hatte das BGer die Verunreinigungsgefahr durch Ausbringen von stickstoffhaltigem Dünger zu beurteilen (BGer 6B_477/2013 vom 12. September 2013, in: URP 2015, 116 ff.). Stickstoffhaltige Dünger dürfen – sofern keine besonderen Bedürfnisse des Pflanzenbaus vorliegen – nur zu Zeiten ausgebracht werden, in denen die Pflanzen den Stickstoff aufnehmen können (Ziff. 3.2.1 Abs 1 ChemRRV). Bei Tagesmitteltemperaturen unter 5° Celsius können die Pflanzen keinen Nährstoff aufnehmen bzw. benötigen diesen nicht. X. hatte am 3. Januar 2011 stickstoffhaltige Jauche ausgebracht, obwohl die Tagesmitteltemperaturen in den Tagen vor dem Ausbringen der Jauche durchschnittlich unter dem Gefrierpunkt lagen. Nach Auffassung des BGer ist dadurch eine konkrete Verunreinigungsgefahr geschaffen worden. Da die Pflanzen keinen Nährstoff aufnehmen konnten, bestand eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Stoffe beim nächsten Niederschlag ausgewaschen und ins Grundwasser gelangen würden.

 

6.             Widerrechtlichkeit

 

36. Damit die Strafbarkeit eintritt, muss das Einbringen, Versickernlassen, Ablagern oder Ausbringen der wasserverunreinigenden Stoffe widerrechtlich erfolgen. Aus dem entsprechenden Hinweis in Art. 70 Abs. 1 Bst. a GSchG kann geschlossen werden, dass auch legale Formen von Gewässergefährdungen oder ‑verunreinigungen existieren (vgl. Piraccini, Vergehengstatbestände, 44 N 8, 152 ff.).

37. Die in Art. 6 GSchG aufgeführten Verbote sind grundsätzlicher Art. Allerdings lässt das GSchG in engen Grenzen Ausnahmen von diesen Verboten zu. Beispielsweise darf verschmutztes Abwasser, das behandelt worden ist, mit Bewilligung der kantonalen Behörde in ein Gewässer eingeleitet oder versickert werden (Art. 7 Abs. 1 GSchG). Zudem ist es technisch unumgänglich, dass bei Starkregenereignissen nicht behandeltes kommunales Abwasser über Regenwasserüberläufe direkt in ein Oberflächengewässer entlastet wird (vgl. Stutz, Abwasserrecht, 115 f. mit weiteren Beispielen).

 

7.             Konkurrenzen

 

38. Die Frage nach der Konkurrenz zwischen Art. 70 Abs. 1 Bst. a GSchG und den Strafbestimmungen des USG kann nicht generell beantwortet werden. Vielmehr muss diese Frage in jedem einzelnen Fall je nach den verschiedenen in Frage kommenden Straftatbeständen in differenzierter Weise gelöst werden (BGer 6S.531/2001 vom 18. Januar 2002, E. 2d, in: URP 2002, 114 ff.).

39. Das BGer beurteilte die Ableitung von quecksilberhaltigem Wasser in die öffentliche Kanalisation lediglich als Widerhandlung gegen das GSchG. Es kam entgegen der Vorinstanz zum Schluss, dass der Beschwerdeführer keinen Straftatbestand des Art. 60 Abs. 1 USG erfüllt hat (BGer 6S.531/2001 vom 18. Januar 2002, in: URP 2002, 114 ff.).

40. Wer beispielsweise mit Dünger oder Pflanzenschutzmitteln in und an Oberflächengewässern unvorsichtig umgeht und eine Gewässerverunreinigung verursacht, missachtet zugleich ein gestützt auf Art. 29 USG erlassenes und durch Art. 60 Abs. 1 Bst. e USG mit Strafe bedrohtes Verbot; dieses ist zum Zweck verbesserter Sicherheit vor Gefahren chemischer Stoffe erlassen worden. Somit werden in Idealkonkurrenz die entsprechenden Strafbestimmungen beider Gesetze erfüllt (Ettler, Kommentar USG, Vor Art. 60–62 N 37; Hunger, Sanierungspflicht, 234). Falls Gewässer durch Organismen verunreingt werden, liegt ebenfalls Idealkonkurrenz zu den Straftatbeständen des USG vor (Ettler, Kommentar USG, Art. 60 N 79, 91).

 

C.           Inhaber von Anlagen, die notwendige Vorrichtungen nicht erstellen oder funktionstüchtig halten (Bst. b)

 

1.             Schutzobjekt

 

41. Schutzobjekte von Art. 70 Abs. 1 Bst. b GSchG sind oberirdische und unterirdische Gewässer (vgl. dazu die Ausführungen in N 13; Piraccini, Vergehenstatbestände, 164).

 

2.             Täterschaft

 

42. Täter ist der Inhaber von Anlagen, die wassergefährdende Flüssigkeiten enthalten (vgl. N 43), der gegen die in Art. 22 Abs. 1 GSchG umschriebenen Verhaltenspflichten verstösst (vgl. N 46) und dadurch das Wasser verunreinigt oder die Gefahr einer Verunreinigung schafft (vgl. N 47).

 

3.             Inhaber von Anlagen, die wassergefährdende Flüssigkeiten enthalten

 

43. Als Inhaber gilt die natürliche oder juristische Person, die faktisch die Verhältnisse bestimmt und verantwortet, unter denen eine bestimmte Anlage betrieben wird. Die sachenrechtlichen Verhältnisse des Inhabers (Eigentum, Besitz usw.) sind dabei nicht entscheidend. Beim Inhaber handelt es sich um die Person, welche die effektive Herrschaft über einen Betrieb oder eine Anlage ausübt und die in der Lage ist, die erforderlichen Vorkehrungen zum Schutz der Gewässer vor den dabei drohenden Gefahren zu treffen (BGE 119 Ib 492, E. 4b/bb m.H. [= Pra 83 Nr. 269, E. 4b/bb m.H.]). Entscheidend ist, dass der Inhaber die tatsächliche oder rechtliche Herrschaft über die Anlage hat und somit in der Lage ist, den widerrechtlichen Zustand zu beseitigen. Inhabereigenschaften kommt beispielsweise dem Verantwortlichen im Betrieb, dem Mieter oder dem Pächter zu (Hunger, Sanierungspflicht, 235 m.H.; Piraccini, Vergehenstatbestände, 165 ff. m.H.).

44. Im Zusammenhang mit der Definition der wassergefährdenden Flüssigkeiten kann auf die entsprechende Umschreibung in der Verordnung über den Schutz der Gewässer vor wassergefährdenden Flüssigkeiten vom 1. Juli 1998 (VWF; AS 1998 2019) verwiesen werden, obwohl die VWF bereits am 1. Januar 2007 aufgehoben wurde (AS 2006 4291 ff.). Als wassergefährdende Flüssigkeiten gelten demzufolge Flüssigkeiten, die Wasser physikalisch, chemisch oder biologisch nachteilig verändern können (KVU, Glossar Tankanlagen 2011, 9; Wagner Pfeifer, Umweltrecht II, N 878). Sie werden eingeteilt in die Klasse A, wenn sie in kleinen Mengen Wasser verunreinigen können (z.B. Heizöl, Benzin) und in die Klasse B, wenn sie in grossen Mengen Wasser verunreinigen können (z.B. Essigsäure). Immer als Flüssigkeiten der Klasse A einzustufen sind solche, die umweltgefährliche Eigenschaften im Sinne von Art. 6 der ChemV aufweisen. Weitere Details können dem Hilfsmittel des BAFU «Klassierung wassergefährdender Flüssigkeiten» vom 9. März 2009 zur harmonisierten Einteilung von wassergefährdenden Flüssigkeiten in die Klassen A oder B entnommen werden (BAFU, Klassierung).

45. Anlagen mit wassergefährdenden Flüssigkeiten sind insbesondere Anlagen für das Lagern wassergefährdender Flüssigkeiten (z.B. Tankanlagen), Umschlagplätze für wassergefährdende Flüssigkeiten (z.B. Tankstellen), Betriebsanlagen, deren wassergefährdende Flüssigkeiten sich in einem Produktionssprozess befinden und Kreisläufe mit wassergefährdenden Flüssigkeiten, die den Gewässern, dem Boden oder dem Untergrund Wärme entziehen oder diese abgeben (KVU, Merkblatt Art. 22; KVU, Glossar Tankanlagen 2011).

 

4.             Nichterstellen und funktionsfähig Erhalten der notwendigen baulichen und apparativen Vorrichtungen

 

46. Der Inhaber hat zunächst dafür zu sorgen, dass die zum Schutz der Gewässer notwendigen baulichen und apparativen Vorrichtungen erstellt werden. Bauliche Vorrichtungen umfassen bspw. Schutzbauwerke, Abdichtungen aus Kunststoff, innere Doppelwände, Beschichtungen und Laminate als Schutz gegen Korrosion von aussen und Einrichtungen zu Lageranlagen; als apparative Vorrichtungen gelten insbesondere Füllsicherungen und Leckanzeigesysteme (vgl. dazu KVU, Glossar Tankanlagen 2011, 3 f.). Der Inhaber hat die Pflicht, diese Vorrichtungen funktionsfähig zu erhalten; er hat also dafür besorgt zu sein, dass die Vorrichtungen regelmässig kontrolliert und einwandfrei betrieben und gewartet werden (vgl. Art. 22 Abs. 1 Satz 1 GSchG). Kommt der Inhaber diesen gesetzlichen Pflichten nicht nach, so ist der objektive Vergehenstatbestand des Art. 70 Abs. 1 Bst. b GSchG noch nicht erfüllt. Vielmehr muss kumulativ noch eine Gewässerverunreinigung oder die Gefahr einer Verunreinigung hinzutreten (vgl. auch Piraccini, Vergehenstatbestände, 175).

 

5.             Verunreinigung oder Gefahr einer Verunreinigung

 

47. Neben der Missachtung der in Art. 22 Abs. 1 Satz 1 GSchG statuierten Pflichten wird der Eintritt einer Gewässerverunreinigung oder ‑gefährdung vorausgesetzt, damit der Vergehenstatbestand erfüllt ist. Dabei genügt eine abstrakte Gefährdung nicht; es handelt sich hier um ein konkretes Gefährdungsdelikt (Piraccini, Vergehenstatbestände, 176 f.; vgl. auch Komm. zu Art. 22 GSchG, Ziff. III/G). Von einer konkreten Gefahr im Sinne dieser Bestimmung ist auszugehen, wenn nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge die Wahrscheinlichkeit oder nahe Möglichkeit einer Verletzung des geschützten Rechtsguts besteht (BGer 6B_642/2008 vom 9. Januar 2009, E. 3, in: URP 2009, 166 ff.; 6S.520/2001 vom 27. September 2002, E. 1.2, in: URP 2003, 279; BGE 124 IV 114, E. 1; 123 IV 128, E. 2a).

 

D.           Nichteinhaltung der Dotierwassermenge (Bst. c)

 

1.             Schutzobjekt

 

48. Schutzobjekt sind die Fliessgewässer mit ständiger Wasserführung i.S.v. Art. 4 Bst. i GSchG.

 

2.             Täterschaft

 

49. Als Täter kommt insbesondere der Konzessionär in Frage, der die in der Konzession festgelegte Dotierwassermenge (vgl. dazu auch Art. 54 Bst. b WRG) nicht einhält. Täter kann zudem der Adressat einer Sanierungsverfügung sein, die gestützt auf Art. 80 GSchG erlassen wurde. Dieser hat i.d.R. Zugriff zur Anlage und ist in der Lage, sowohl die Dotierwassermenge einzustellen, als auch die anderen angeordneten Massnahmen zu treffen (Hunger, Sanierungspflicht, 282).

 

3.             Nichteinhalten der behördlich festgelegten Dotierwassermenge und Nichttreffen der angeordneten Massnahmen

 

50. Nach Art. 35 Abs. 1 GSchG bestimmt die Behörde im Einzelfall die Dotierwassermenge und die anderen Massnahmen, die zum Schutz der Gewässer unterhalb der Entnahmestelle notwendig sind.

51. Die Dotierwassermenge ist nach Art. 4 Bst. l GSchG die Wassermenge, die zur Sicherstellung einer bestimmten Restwassermenge bei der Wasserentnahme im Gewässer belassen wird.

52. Unter den «anderen Massnahmen zum Schutz der Gewässer unterhalb der Entnahmestelle» i.S.v. Art. 35 Abs. 1 GSchG sind die Alternativmassnahmen i.S.v. Art. 31 Abs. 2 GSchG zu verstehen (Eckert, Restwassermengen, 109 m.H.).

53. Hält jemand die behördlich festgelegte Dotierwassermenge nicht ein oder trifft die zum Schutz des Gewässers unterhalb der Entnahmestelle angeordneten Massnahmen nicht, macht er sich strafbar.

 

E.            Widerrechtliche Verbauung und Korrektion von Fliessgewässern (Bst. d)

 

1.             Schutzobjekt

 

54. Schutzobjekt sind die natürlichen und die schon verbauten (vgl. dazu Botschaft GSchG 1987, 1141) Fliessgewässer.

 

2.             Täterschaft

 

55. Als Täter kommen sowohl natürliche als auch juristische Personen (vgl. Art. 73 GSchG) in Frage, die Fliessgewässer widerrechtlich verbauen oder korrigieren. Täter ist bspw. der Eigentümer eines an ein Fliessgewässer angrenzendes Grundstück, der, um Land zu gewinnen, widerrechtliche Eingriffe am Gewässer vornimmt.

 

3.             Verbauung und Korrektion

 

56. Unter Verbauung und Korrektion sind Eingriffe zu verstehen, die eine Stabilisierung, Veränderung oder Verlegung des Gewässers bewirken. Dabei kann es sich um punktuelle Eingriffe (z.B. einzelne Sohlenschwellen), aber auch um weitergehende Massnahmen (Sohlen‑ und Uferpflästerung, Begradigung mäandrierender Gewässerabschnitte usw.) handeln (Botschaft GSchG 1987, 1141).

57. Fliessgewässer dürfen nur unter bestimmten, in Art. 37 Abs. 1 GSchG genannten Voraussetzungen verbaut oder korrigiert werden. Das Gesetz lässt die Verbauung oder Korrektion nur in fünf Fällen zu, nämlich wenn:

  • der Schutz von Menschen oder erheblichen Sachwerten dies erfordert;
  • es für die Schiffbarmachung nötig ist;
  • es für eine im öffentlichen Interesse liegende Nutzung der Wasserkraft nötig ist;
  • es für die Errichtung einer Deponie nötig ist, die nur am vorgesehenen Standort errichtet werden kann und auf der ausschliesslich unverschmutztes Aushub‑, Abraum‑ und Ausbruchmaterial abgelagert wird;
  • dadurch der Zustand eines bereits verbauten oder korrigierten Gewässers im Sinn des GSchG verbessert werden kann (vgl. dazu auch Komm. zu Art. 37 GSchG).

 

4.             Widerrechtlichkeit

 

58. Damit die Strafbarkeit eintritt, muss die Verbauung oder Korrektion des Fliessgewässers widerrechtlich erfolgen, da es – wie oben in Ziff. 3 gesehen – auch legale Formen der Verbauung oder Korrektion gibt. Widerrechtlichkeit ist beispielsweise dann gegeben, wenn Verbauungen oder Korrektionen eines Fliessgewässers erfolgen, ohne dass ein streng begründeter Fall (Botschaft GSchG 1987, 1141) i.S.v. Art. 37 Abs. 1 GSchG vorliegt. Der Tatbestand ist bereits mit der Vornahme der verbotenen Handlung erfüllt. Eine Gefahr muss nicht vorliegen.

 

F.             Überdeckung und Eindolung ohne oder entgegen Bedingungen der Bewilligung (Bst. e)

 

1.             Schutzobjekt

 

59. Schutzobjekt sind die Fliessgewässer, die vor technischen Eingriffen (Überdeckung oder Eindolung) geschützt werden sollen. Solche Eingriffe haben zahlreiche negative Auswirkungen. Als Folge von Eindolungen werden Gewässer dem Wasserhaushalt eines Gebietes entzogen, Wechselwirkungen zwischen Oberflächengewässer und Grundwasser verschwinden und mikroklimatische Einflüsse fallen dahin. Die Selbstreinigungskraft eingedolter Gewässer ist äusserst gering. Zudem zerschneiden eingedolte Abschnitte einen Gewässerlauf und unterbinden bspw. die tierische Wanderung vom Unter‑ zum Oberlauf. Schliesslich haben Eindolungen schwerwiegende Nachteile für den Natur‑ und Landschaftsschutz, die es zu verhindern gilt (Botschaft GSchG 1987, 1143 f.). Auch Überdeckungen von Gewässern können schwerwiegende Auswirkungen haben. Bspw. kann die Beschattung eines Gewässers die Flora nachteilig beeinflussen, was den Stoffwechsel im Gewässer und die Nahrungskette beeinträchtigen kann.

 

2.             Täterschaft

 

60. Als Täter kommen sowohl natürliche als auch juristische Personen (vgl. Art. 73 GSchG) in Frage, die Fliessgewässer überdecken oder eindolen, ohne im Besitz der dafür erforderlichen Bewilligung zu sein. Täter ist beispielsweise der Landwirt, der Bäche eindolt, um seine Liegenschaft besser bewirtschaften zu können. Falls eine Bewilligung erteilt wurde, kann jene Person Täter sein, die beim Überdecken oder Eindolen entgegen den Bedingungen der erteilten Bewilligung handelt.

 

3.             Überdecken oder Eindolen ohne Bewilligung oder entgegen den Bedingungen der Bewilligung

 

61. Eine Eindolung liegt vor, wenn ein offenes Gewässer bspw. in Röhren oder Rechteckprofile gelegt wird. Wird hingegen über das natürliche Gewässerprofil eine Baute oder Anlage (bspw. eine Betonplatte) gelegt, spricht man von einer Überdeckung (Baudepartement SG, JuMi).

62. Aus Art. 38 GSchG ergibt sich, dass Fliessgewässer weder überdeckt noch eingedolt werden dürfen; es besteht ein generelles Verbot. Allerdings kann die Behörde in bestimmten Fällen Ausnahmen von diesem Verbot bewilligen. Die Ausnahmegründe sind in Art. 38 Abs. 2 GSchG abschliessend aufgezählt. Liegt keiner dieser Ausnahmegründe vor, so darf keine Ausnahme vom Überdeckungs‑ oder Eindolungsverbot gewährt werden.

63. Da jedes Überdecken oder Eindolen von Fliessgewässern ohne Bewilligung verboten ist, muss eine Gefahr nicht vorliegen. Folglich wird der Vergehenstatbestand von Art. 70 Abs. 1 Bst. e GSchG bereits erfüllt, wenn die verbotene Handlung vorgenommen wird.

64. Falls die Voraussetzungen für eine Überdeckungs‑ oder Eindolungsbewilligung gegeben sind, hat die Behörde in der Bewilligung die notwendigen Massnahmen festzulegen (z.B. genaue Länge der Eindolung, Schutz vor Hochwasserereignissen). Wer sich nicht an diese Massnahmen hält, macht sich i.S.v. Art. 70 Abs. 1 Bst. e GSchG strafbar, da gegen die Bedingungen einer erteilten Bewilligung gehandelt wird. Im Zusammenhang mit dem verwendeten und wenig präzisen Begriff «Bedingungen» kann auf die entsprechenden Ausführungen verwiesen werden (vgl. N 81).

65. Strafbar gemacht hat sich beispielsweise der Landwirt, der einen offenen Bach auf einer Länge von rund 20 m eingedolt und eine bestehende Eindolung von rund 10 m Länge mit neuen Rohrleitungen ersetzt hat (Strafbefehl der Staatsanwaltschaft SG vom 26. März 2007).

 

G.           Einbringen von festen Stoffen in einen See ohne oder entgegen den Bedingungen der Bewilligung (Bst. f)

 

1.             Schutzobjekt

 

66. Schutzobjekt sind die Seen und insbesondere die Flachwasserzonen. Dank ihrer speziellen Eigenschaften werden in dieser Zone die von künstlichen und natürlichen Zuflüssen eingebrachten Schmutzstoffe zu einem grossen Teil abgebaut; es ist die eigentliche Reinigungszone des Sees. Auch beherbergt diese Zone den grössten Teil der Tier‑ und Pflanzenwelt des Sees (Botschaft GSchG 1987, 1144).

 

2.             Täterschaft

 

67. Als Täter kommen sowohl natürliche als auch juristische Personen (vgl. Art. 73 GSchG) in Frage, die feste Stoffe in einen See einbringen, ohne im Besitz der dafür erforderlichen Bewilligung zu sein. Falls eine Schüttungsbewilligung erteilt wurde, kann jede Person Täter sein, die beim Einbringen der festen Stoffe entgegen den Bedingungen der erteilten Bewilligung handelt. Namentlich die Verantwortlichen von Bauunternehmungen, die mit der Schüttung beauftragt sind, können Täter sein.

 

3.             Einbringen von festen Stoffen ohne Bewilligung oder entgegen den Bedingungen der Bewilligung

 

68. Gemäss Art. 39 Abs. 1 GSchG dürfen keine festen Stoffe in Seen eingebracht werden, auch wenn sie Wasser nicht verunreinigen können. Grundsätzlich sind also keine Schüttungen in Seen möglich. Seen sollen vor allem nicht mehr als Deponien genutzt werden (Brunner, Uferbereich, 752 m.H.; BUWAL, Schüttungen, 1).

69. Das Einbringen fester Stoffe (Schüttungen) kann allerdings in zwei Fällen ausnahmsweise durch die kantonale Behörde bewilligt werden (vgl. Art. 39 Abs. 2 GSchG):

  • falls durch die Schüttung eine Flachwasserzone verbessert werden kann;
  • eine Ausnahmebewilligung ist zudem möglich für standortgebundene Bauten in überbauten Gebieten, wenn überwiegende öffentliche Interessen eine Schüttung erfordern und sich der angestrebte Zweck anders nicht erreichen lässt (vgl. Brunner, Uferbereich, 752 ff. m.H.). Ein Beispiel für eine solche Ausnahme ist das Erstellen eines öffentlichen, landseitig nicht realisierbaren Uferwegs (Botschaft GSchG 1987, 1145).

70. Nicht jedes Einbringen von festen Stoffen in Seen ist rechtlich gesehen eine Schüttung und der strengen Bewilligungspflicht von Art. 39 GSchG unterstellt. Als Schüttung ist jede durch Einbringen fester Stoffe angestrebte Terrainveränderung des Seegrundes bzw. Uferbereichs, die nicht lediglich Hilfsfunktionen hat, zu betrachten, nicht hingegen das Einbringen etwa von Beton lediglich zum Bau oder zur Sicherung von Anlagen (Brunner, Uferbereich, 754 m.H.). Beispielsweise kann auch das Wegwerfen von Kleinabfällen in einen See nicht als unbefugtes Einbringen fester Stoffe in Seen bezeichnet werden (vgl. Stellungnahme des Bundesrates vom 17. Mai 2006 zu Mo. Mathys Strafbestimmung).

71. Da jedes Einbringen von festen Stoffen, auch wenn sie das Wasser nicht verunreinigen können, ohne Bewilligung untersagt ist, muss eine Gefahr nicht vorliegen. Folglich wird der Vergehenstatbestand von Art. 70 Abs. 1 Bst. f GSchG bereits erfüllt, wenn die verbotene Handlung vorgenommen wird.

72. Selbst wenn eine Seeschüttung ausnahmsweise bewilligt wird, stellt eine solche Schüttung für das Gewässer ein heikles Vorhaben dar. Die damit verbundene Umweltbelastung hängt von zahlreichen Faktoren ab, insbesondere von der Art des Einbringens des Materials (vgl. dazu BUWAL, Schüttungen, 2 ff.). In der Schüttungsbewilligung sind daher die erforderlichen Massnahmen zum Schutz des Gewässers anzuordnen, beispielsweise ist vorzuschreiben, dass nur unverschmutztes Material verwendet werden darf. Die Beachtung der Schüttungsbewilligung hat hohe Priorität; wer sich nicht an die in der Bewilligung angeordneten Massnahmen zum Schutz des Gewässers hält, macht sich i.S.v. Art. 70 Abs. 1 Bst. f GSchG strafbar.

73. Im Zusammenhang mit dem verwendeten und wenig präzisen Begriff «Bedingungen» kann auf die entsprechenden Ausführungen verwiesen werden (vgl. N 81).

 

H.           Ausbeutung von Material ohne oder entgegen den Bedingungen der Bewilligung (Bst. g)

 

1.             Schutzobjekt

 

74. Der Abbau von Kies, Sand und anderem Material kann die Grundwasserqualität und ‑quantität nachhaltig gefährden. Beim Abbau werden der Boden und die schützende Deckschicht entfernt, wodurch das Grundwasser in erhöhtem Masse den oberflächlichen Einwirkungen ausgesetzt wird (BAFU, Grundwasserschutz, 81). Als Massnahme zum Schutz des Grundwassers wird daher in Art. 44 GSchG eine Bewilligungspflicht für die Materialausbeutung statuiert. Die Bewilligungspflicht gilt flächendeckend, also nicht nur in den besonders gefährdenden Bereichen, sondern auch in den übrigen Bereichen (BAFU, Grundwasserschutz, 55 f.). Schutzobjekt von Art. 70 Abs. 1 Bst. g GSchG ist somit das Grundwasser generell.

75. Schutzobjekt können aber auch die Fliessgewässer sein, deren Geschiebehaushalt durch Materialausbeutungen nicht nachteilig beeinflusst werden darf (vgl. Art. 44 Abs. 2 Bst. c GSchG und Art. 43 GSchV).

 

2.             Täterschaft

 

76. Als Täter kommen sowohl natürliche als auch juristische Personen (vgl. Art. 73 GSchG) in Frage, die Material ausbeuten oder vorbereitende Grabungen dazu vornehmen, ohne im Besitz der dafür erforderlichen Bewilligung zu sein. Ferner kann jene Person Täter sein, die zwar über die erforderliche Bewilligung verfügt, aber bei der Ausbeutung des Materials oder den vorbereitenden Grabungen dazu entgegen den Bedingungen der erteilten Bewilligung handelt. In Frage kommen beispielsweise die Verantwortlichen einer Kiesunternehmung.

 

3.             Ausbeutung ohne Bewilligung oder entgegen den Bedingungen der Bewilligung

 

77. Unter dem Begriff Materialausbeutung ist der Abbau von mineralischen Rohstoffen zu verstehen, wie Kiesabbau, Sand‑ und Tongewinnung, Lehmgruben und Steinbrüche (BAFU, Grundwasserschutz, 81). Eine solche Ausbeutung erfordert aufgrund von Art. 44 Abs. 1 GSchG immer eine Bewilligung.

78. Wer Kies, Sand oder anderes Material ohne Bewilligung ausbeutet, erfüllt den Vergehenstatbestand von Art. 70 Abs. 1 Bst. g GSchG. Der Tatbestand ist bereits mit der Vornahme der verbotenen Handlung erfüllt. Eine Gefahr muss nicht vorliegen (vgl. Piraccini, Vergehenstatbestände, 111).

79. Während nach Art. 32 Abs. 1 GSchG 1971 noch eine kantonale Bewilligung erforderlich war, so ist nach dem Wortlaut von Art. 44 Abs. 1 GSchG nicht mehr vorgeschrieben, dass die Bewilligungserteilung durch eine kantonale Behörde erfolgen muss. Es wäre aber wenig sinnvoll, diese Kompetenz den Gemeinden zu übertragen (vgl. Bose, Schutz Grundwasser, 94 m.H.). Im Rahmen des Bewilligungsverfahrens sind insbesondere die hydrogeologischen Verhältnisse im Detail abzuklären und allenfalls notwendige Gewässerschutzmassnahmen anzuordnen (BAFU, Grundwasserschutz, 81). Beispielsweise kann zum Schutz des Grundwassers verfügt werden, dass

  • eine schützende Materialschicht belassen werden muss; diese ist aufgrund der örtlichen Gegebenheiten zu bemessen;
  • die Ausbeutungsfläche so begrenzt wird, dass die natürliche Grundwasserneubildung gewährleistet ist;
  • der Boden nach der Ausbeutung wieder so hergestellt wird, dass seine Schutzwirkung der ursprünglichen entspricht.

80. Nach dem Abbau des Materials stellt sich das Problem der Wiederauffüllung. Jede aufgefüllte Grube birgt ein Risiko für die Grundwasserqualität (BAFU, Grundwasserschutz, 81). In der Ausbeutungsbewilligung sind daher Anforderungen an die Qualität des Auffüllmaterials festzulegen.

81. Wer sich nicht an solche in der Ausbeutungsbewilligung angeordnete Massnahmen zum Schutz des Grundwassers hält, beutet Material entgegen den Bedingungen aus und macht sich i.S.v. Art. 70 Abs. 1 Bst. g GSchG strafbar. Dabei ist der hier verwendete Begriff «Bedingungen» wenig präzis. In der Regel wird es sich eher um Auflagen als um Bedingungen handeln. Häufig wird als Bedingung bezeichnet, was eigentlich eine Auflage ist. Ob eine Bedingung oder Auflage vorliegt, beurteilt sich nicht so sehr nach der Bezeichung der Nebenbestimmung, sondern vor allem nach deren Sinn und Zweck (Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, N 915).

82. Nach Art. 70 Abs. 1 Bst. g GSchG strafbar gemacht haben sich beispielsweise

  • der Kiesunternehmer, der zwar über eine Ausbeutungsbewilligung mit einer erlaubten Abbaumenge von 6'900 m3 verfügte, effektiv aber rund 10'000 m3 ausbeutete (Kreisgericht U., Kt. SG, Urteil vom 20. November 2006);
  • der Landwirt, der ohne Bewilligung rund 20 m3 Kies aus einem Fluss entnahm und dieses für die Erstellung seines Vorplatzes verwendete (Strafbefehl der Staatsanwaltschaft SG vom 12. Dezember 2011).

 

4.             Vorbereitende Grabungen ohne Bewilligung oder entgegen den Bedingungen der Bewilligung

 

83. Nicht nur die eigentliche Materialausbeutung, sondern bereits auch vorbereitenden Grabungen dazu, gelten als bewilligungspflichtig (vgl. Art. 44 Abs. 1 GSchG). Wer ohne Bewilligung oder entgegen den Bedingungen einer erteilten Bewilligung vorbereitende Grabungen vornimmt, macht sich im Sinn von Art. 70 Abs. 1 Bst g GSchG strafbar.

 

 

I.              Fahrlässigkeit (Abs. 2)

 

 

84. Bei fahrlässiger Tatbegehung (vgl. dazu Vor Art. 70–73 GSchG N 3 f.) i.S.v. Art. 70 Abs. 2 GSchG ist die Strafdrohung Geldstrafe bis zu 180 Tagessätzen. Bis zur 2007 in Kraft getretenen StGB-Revision lautete die Strafandrohung Gefängnis bis zu sechs Monaten oder Busse (Botschaft Gentechnikgesetz 2009, 5450).

 

 

Résumé

L'art. 70 LEaux qualifie de délits diverses violations à la LEaux. La tentative, la complicité ainsi que l'instigation sont également pénalement punissables. En vertu de la let. a de l'art 70 al. 1 LEaux, celui qui introduit directement ou indirectement dans les eaux des substances de nature à polluer, qu'il ait laissé infiltrer de telles substances ou qu'il en ait déposées et épandues hors des eaux sera puni d'une peine privative de trois ans au plus ou d'une peine pécuniaire. Cette lettre protège tant les eaux superficielles que les eaux souterraines mais non les eaux venant des canalisations ou des stations d'épuration. La notion de pollution est définie à l'art. 4 let. d LEaux. Pour que l'élément objectif de l'infraction soit réalisé, une mise en danger concrète est nécessaire, un risque abstrait ne suffisant pas. Peu importe toutefois que le bien juridique soit effectivement lésé. Il est ainsi suffisant de déterminer si ces substances sont de nature à polluer les eaux. La question du concours entre les dispositions pénales de la LEaux et celles de la LPE doit être traitée au cas par cas.

La let. b de l'art. 70 al. 1 LEaux réprime de la même peine le détenteur d'une installation contenant des liquides de nature à polluer les eaux, qui n'aura pas, conformément à la présente loi, installé les appareils et aménagé les constructions nécessaires à la protection des eaux ou ne les aura pas maintenus en état de fonctionner, polluant ainsi l'eau ou créant un risque de pollution. Par détenteur, on entend celui qui a la maîtrise effective sur l'installation et qui est en mesure de prendre les mesures nécessaires. La situation du détenteur au regard du droit privé n'est donc pas déterminante. Afin que l'état de fait soit réalisé, il ne suffit pas que le détenteur n'ait pas rempli ses obligations. Il faut en plus qu'une pollution ou un risque de pollution soit établie.

La let. c de l'art. 70 al. 1 LEaux punit celui qui n'aura pas respecté le débit de dotation fixé par l'autorité ou n'aura pas pris les mesures prescrites afin de protéger le cours d'eau à l'aval du prélèvement. Cette lettre s'applique aux cours d'eau à débit permanent (art. 4 let. i LEaux). L'auteur peut être le concessionnaire ou le destinataire des mesures d'assainissement selon l'art. 80 LEaux. La let. c est à lire en parallèle avec l'art. 35 LEaux qui prescrit que l'autorité fixe le débit de dotation et les autres mesures nécessaires pour protéger les cours d'eau en aval.

Aux termes de l'art. 70 al. 1 let. d LEaux, sera puni celui qui aura, de manière illicite, endigué ou corrigé un cours d'eau. Les biens protégés sont non seulement les cours d'eau naturels, mais également les cours d'eau déjà aménagés. Par correction ou endiguement, on entend toutes les atteintes qui touchent à la stabilité, au changement ou au transfert des eaux. Les seules modifications autorisées sont celles qui respectent les conditions de l'art. 37 al. 1 LEaux. L'état de fait est donc réalisé dès la construction de la correction ou de l'endiguement.

L'art. 70 al. 1 let. e LEaux réprime celui qui aura, sans autorisation ou en violation des conditions énoncées dans l'autorisation, couvert ou mis sous terre un cours d'eau. Entrent dans le champ d'application de cette lettre, les cours d'eau qui doivent être protégés des modifications techniques (cf. art. 38 LEaux).

Selon la let. f de l'art. 70 al. 1 LEaux, sera sanctionné celui qui aura, sans autorisation de l'autorité cantonale ou en violation des conditions énoncées dans l'autorisation, introduit des substances solides dans un lac. L'autorité peut néanmoins autoriser l'introduction de substances solides à certaines conditions (art. 39 al. 2 LEaux).

La dernière lettre de l'art. 70 al. 1 LEaux dispose que celui qui aura, sans autorisation ou en violation des conditions énoncées dans l'autorisation exploité du gravier, du sable ou d'autres matériaux ou entrepris des fouilles préliminaires à cette fin sera puni de trois ans de peine privative de liberté au plus ou d'une peine pécuniaire. Cette lettre protège tant les eaux souterraines que les cours d'eau. Même si le texte ne l'indique pas, l'autorisation doit être demandée à l'autorité cantonale.

Selon l'al. 2 de l'art. 70 LEaux, l'infraction peut être commise par négligence. Toutefois, dans ce cas, la peine ne devrait pas excéder six mois selon l'al. 2.

 

 

Literatur: Alkalay Michael, Umweltstrafrecht im Geltungsbereich des USG, Zürich 1992 (zit. Umweltstrafrecht); Brunner Ursula, Bauen im Uferbereich – schützen die Schutznormen?, in: URP 1996, 744 ff. (zit. Uferbereich); Eckert Maurus, Rechtliche Aspekte der Sicherung angemessener Restwassermengen, Diss. Zürich 2002 (zit. Restwassermengen); Heine Günter, Reform des Umweltstrafrechts – Internationale Entwicklung und nationaler Stand, in: URP 2011, 95 ff. (zit. Reform des Umweltstrafrechts); Huber-Wälchli Veronika, Zum Vollzug des Umweltrechts im Kanton Graubünden – Bericht aus der Praxis, in: URP 2011, 819 ff. (zit. Vollzug Umweltrecht); Interface Politikstudien Forschung Beratung, Stärkung des Vollzugs im Umweltbereich – Schlussbericht im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt (BAFU), Abteilung Recht, Luzern 2013 (zit. Vollzug); Keller Peter M., Elemente eines wirksamen Vollzugs des Umweltrechts, in: URP 2011, 397 ff. (zit. Vollzug); Piraccini Sandro, Die objektiven Vergehenstatbestände des Gewässerschutzgesetzes vom 8. Oktober 1971, Diss. Zürich 1978 (zit. Vergehenstatbestände); Stumm Andrea, Analyse der strafrechtlichen Judikatur im Gewässerschutz, Schweizerischer Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (SNF), im Rahmen des Nationalen Forschungsprogrammes «Grundlegende Probleme des schweizerischen Wasserhaushalts» (NFP 02), Zürich 1988 (zit. Strafrechtliche Judikatur); Stutz Hans W., Gelockerter Grundwasserschutz? – Zum Entscheid des Bundesgerichts vom 15. Juni 2009 (1C_390/2008) betreffend Gewässerschutz; Sanierung eines Laufhofs für Rinder (Pfäffikon ZH), in: URP 2009, 673 ff. (zit. Grundwasserschutz); Wagner Pfeifer Beatrice, Umweltrecht II, 2. Aufl, Zürich 2006 (zit. Umweltrecht II).

 

 

Materialien und amtliche Publikationen: Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL) (Hrsg.) (verfasst durch Wüest Alfred/Ramisch Felix/Hefti Daniel), Unverschmutztes Aushub‑ und Abbruchmaterial: Schüttungen in Seen im Rahmen des GSchG, in: Mitteilungen zum Gewässerschutz Nr. 32, Bern 1999 (zit. Schüttungen); Motion Mathys (06.3138) «Einführung einer Strafbestimmung für das Wegwerfen von Müll» vom 24. März 2006 (zit. Mo. Mathys Strafbestimmung); Bundesamt für Umwelt (BAFU), Klassierung wassergefährdender Flüssigkeiten – Stand 9. März 2009 (I061-0918), Bern 2009 (zit. Klassierung); Botschaft zur Änderung des Gentechnikgesetzes (Verlängerung des GVO-Moratoriums in der Landwirtschaft) vom 1. Juli 2009, BBl 2009 5435 ff. (zit. Botschaft Gentechnikgesetz 2009); Baudepartement SG, Juristische Mitteilungen 2009, Band III, Nr. 5, <http://www.sg.ch/home/bauen__raum___umwelt/recht/juristische_mitteilungen.html>, 18.4.2014 (zit. JuMi); Konferenz der Vorsteher der Umweltschutzämter der Schweiz (KVU), Glossar für Tankanlagen vom November 2011 (zit. Glossar Tankanlagen 2011); Konferenz der Vorsteher der Umweltschutzämter der Schweiz (KVU), Merkblatt zur Präzisierung des Artikels 22 GSchG, November 2011 (zit. Merkblatt Art. 22); Bundesamt für Umwelt (BAFU)/Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) (Hrsg.), Nährstoffe und Verwendung von Düngern in der Landwirtschaft – Ein Modul der Vollzugshilfe Umweltschutz in der Landwirtschaft, Umwelt-Vollzug Nr. 1225, Bern 2012 (zit. Umweltschutz Landwirtschaft).