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Art. 78 und 79 GSchG - Art. 78 et 79 LEaux

​​ Koller Jannick

 

 

​Aufgehoben durch Ziff. II 33 des BG vom 20. März 2008 zur formellen Bereinigung des Bundesrechts, mit Wirkung seit 1. Aug. 2008; AS 2008 3437; BBl 2007 6121.

Abrogés par le ch. II 33 de la LF du 20 mars 2008 relative à la mise à jour formelle du droit fédéral, avec effet au 1er août 2008; RO 2008 3437; FF 2007 5789.

Abrogati dal n. II 33 della LF del 20 mar. 2008 concernente l'aggiornamento formale del diritto federale, con effetto dal 1° ago. 2008; RU 2008 3437; FF 2007 5575.

 

Inhaltsübersicht

Entstehungsgeschichte1
II.     ​Allgemeine Bemerkungen2
A.Allgemeine Bemerkungen zu Art. 78 GSchG2
B.Allgemeine Bemerkungen zu Art. 79 GSchG5

 

I.              Entstehungsgeschichte

 

 

1. Art. 78 GSchG und Art. 79 GSchG wurden im Rahmen der Totalrevision des GSchG in das Gesetz aufgenommen und waren seit dem 1. November 1992 in Kraft. Beide Bestimmungen liefen grundsätzlich mit dem Ablauf von fünf Jahren seit deren Inkrafttreten aus, wurden jedoch erst 2008 formell aufgehoben (AS 2008 3437, 3446; Botschaft Bereinigung 2007, 6157).

 

 

II.           Allgemeine Bemerkungen

 

 

A.           Allgemeine Bemerkungen zu Art. 78 GSchG

 

2. Bei Art. 78 GSchG handelte es sich um eine Übergangsbestimmung zu Art. 14 Abs. 4 GSchG. Die Bestimmung richtete sich an die Kantone, welche eine Frist zur Anpassung der höchstzulässigen Düngermenge von drei Düngergrossvieheinheiten (DGVE) pro Hektare gepachteter oder vertraglich gesicherter Nutzfläche an die massgebliche Fläche festzulegen hatten. Die Kantone hatten dafür zu sorgen, dass die notwendigen Anpassungen der DGVE bei bestehenden Betrieben an die nachgewiesene und geeignete Nutzfläche bis zum 31. Oktober 1997 abgeschlossen werden konnten (BLW/BUWAL, Wegleitung Landwirtschaft, 13). Die Fristen waren im Rahmen von Verfügungen nach der Dringlichkeit des Einzelfalls individuell-konkret festzulegen. Dabei waren betriebsspezifische Probleme wie Investitionen und Existenzschwierigkeiten zu berücksichtigen (BUWAL, Gewässerschutzvorschriften Landwirtschaft, 27).

3. In der parlamentarischen Beratung wurde die Übergangsfrist damit begründet, dass die Begrenzung der Hofdüngermenge auf drei DGVE pro Hektare Nutzfläche für die betroffenen Betriebe mit grossen Anpassungsproblemen verbunden und die Umsetzung deshalb nicht von heute auf morgen möglich sei (Votum Schmid, AB 1988 S 673). Der Zweck von Art. 78 GSchG lag somit im Schutz des berechtigten Vertrauens der von der neuen Regelung betroffenen Personen. Die Dauer der Übergangsfrist wurde in Anlehnung an Art. 75 Ziff. 5 GSchG auf fünf Jahre festgelegt (Votum Schmid, AB 1988 S 673).

4. Probleme bei der Umsetzung der Begrenzung der höchstzulässigen Düngermenge ergaben sich vor allem in viehreichen Kantonen (BUWAL, Gewässerschutzvorschriften Landwirtschaft, 27). Daneben erwies sich Art. 78 GSchG jedoch als wenig praxisrelevant. Nur vereinzelt haben die Kantone angegeben, Übergangsfristen für die Anpassung der höchstzulässigen Düngermenge gewährt zu haben (z.B. AG, BE, SG). In vielen Kantonen lagen die Düngerbelastungen zum Zeitpunkt des Inkrafttretens der Bestimmung bereits unterhalb von drei DGVE pro Hektare Nutzfläche (z.B. AR) oder die massgeblichen kantonalen Bestimmungen gingen über die bundesrechtlichen Vorgaben hinaus (z.B. OW, SH, ZG).

 

B.            Allgemeine Bemerkungen zu Art. 79 GSchG

 

5. Bei Art. 79 GSchG handelte es sich um eine Übergangsbestimmung zu Art. 41 GSchG. Die Bestimmung verpflichtete die Betreiber von Stauanlagen, innerhalb einer Frist von fünf Jahren ab Inkrafttreten des Gewässerschutzgesetzes von 1991, bauliche Vorkehrungen zu treffen, die für das Beseitigen und Einsammeln von Treibgut bei Stauanlagen nach Art. 41 GSchG zum Teil notwendig waren. Somit richtete sich Art. 79 GSchG im Gegensatz zu Art. 78 GSchG nicht an die kantonalen Vollzugsbehörden, sondern direkt an die Urheber der Stauhaltung. Obwohl der Bau von Zusatzeinrichtungen schon in Art. 28 aGSchG 1971 vorgesehen war, wurden solche Massnahmen bis zum Inkrafttreten des GSchG nur bei grösseren Werken getroffen, meistens anlässichlich der Erneuerung oder Ergänzung ihrer Konzessionen (Botschaft GSchG 1987, 1170). Der BR hielt das Einführen einer Sanierungsvorschrift deshalb für notwendig (Botschaft GSchG 1987, 1170). Da der Bau entsprechender Zusatzeinrichtungen einige Zeit in Anspruch nimmt, wurde den Betreibern von Stauanlagen eine Frist zur Umsetzung der neuen Regelung von fünf Jahren eingeräumt. Wie Art. 78 GSchG kann somit auch Art. 79 GSchG auf Gründe des Vertrauensschutzes zurückgeführt werden.

6. Art. 79 GSchG war nur beschränkt praxisrelevant. Nach Auskunft der meisten Kantone waren auf deren Kantonsgebieten keine baulichen Vorkehrungen zur Beseitigung von Treibgut bei Stauanlagen notwendig bzw. diese waren bei Inkrafttreten der Bestimmung bereits vorhanden (z.B. AG, AI, BE, OW, SH, SZ, TG, UR, ZG, ZH). Den Betreibern von Stauanlagen musste deshalb keine Frist für entsprechende Massnahmen gewährt werden.

 

 

Résumé

L'art. 78 LEaux avait été introduit en 1991 dans la LEaux comme disposition transitoire à l'art. 14 al. 4 LEaux. La disposition s'adressait en particulier aux cantons qui devaient fixer un délai pour l'adaptation de la quantité maximale admissible d'engrais de trois UGBF par hectare de surface utile en fonction de l'urgence des cas particuliers. Les cantons devaient en particulier opérer cette adaptation jusqu'au 31 octobre 1997. Le but de cette disposition transitoire était de protéger la confiance légitime créée aux exploitations concernées par cette limitation.

Quant à l'art. 79 LEaux, il s'agissait d'une disposition transitoire relative à l'art. 41 LEaux qui avait été introduite dans la LEaux suite à la révision totale de cette dernière. Cette disposition octroyait aux exploitants d'un ouvrage de retenue un délai de cinq ans dès l'entrée en force de la LEaux pour la construction d'installations supplémentaires afin d'éliminer et de rassembler les détritus flottants au sens de l'art. 41 LEaux.

Les délais des art. 78 et 79 LEaux sont échus et les dispositions ont été abrogées avec effet au 1er août 2008.

 

 

Materialien und amtliche Publikationen: Bundesamt für Landwirtschaft (BLW)/Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL) (Hrsg.), Wegleitung für den Gewässerschutz in der Landwirtschaft – Bereich Hofdünger, Vollzug Umwelt, in: Mitteilungen zum Gewässerschutz Nr. 15, Bern 1994 (zit. Wegleitung Landwirtschaft); Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL) (Hrsg.), Gewässerschutzvorschriften in der Landwirtschaft – Offene Fragen und Probleme beim Vollzug, Vollzug Umwelt, in: Mitteilungen zum Gewässerschutz Nr. 20, Bern 1995 (zit. Gewässerschutzvorschriften Landwirtschaft).