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Art. 81 GSchG - Art. 81 LEaux

​Riva Enrico​

 

 

​Sanierungsfristen

1         Die Behörde legt die Fristen für die Sanierungsmassnahmen nach der Dringlichkeit des Einzelfalls fest.

2         Sie sorgt dafür, dass die Sanierungen bis spätestens Ende 2012 abgeschlossen sind.

Délais d'assainissement

1         L'autorité fixe dans chaque cas et selon l'urgence de la situation les délais à respecter pour les mesures d'assainissement.

2         Elle veille à ce que l'assainissement soit terminé à fin 2012 au plus tard.

Termini per il risanamento

1         L'autorità stabilisce i termini per l'attuazione delle misure di risanamento tenuto conto dell'urgenza di ogni singolo caso.

2         Essa provvede affinché le misure di risanamento siano concluse entro la fine del 2012.

 

Inhaltsübersicht

Entstehungsgeschichte1
II.  Allgemeine Bemerkungen3
III.Vorgehen nach Dringlichkeit (Abs. 1)4
IV.Vollzugsfrist (Abs. 2)7

 

 

I.              Entstehungsgeschichte

 

 

1. Art. 81 GschG übernimmt im Wesentlichen wörtlich den Entwurf des Bundesrats (Botschaft GSchG 1987, 1206).

2. Die ursprünglich auf 15 Jahre seit Inkrafttreten des GschG festgesetzte Frist für den Vollzug der Restwassersanierungen wurde mit dem BG vom 19. Dezember 2003 über das Entlastungsprogramm 2003 (AS 2004 1633) bis Ende 2012 verlängert.

 

 

II.           Allgemeine Bemerkungen

 

 

3. Der Gesetzgeber des GSchG war sich bewusst, dass der Vollzug der Restwassersanierungen aufwendig sein würde, besonders für die Kantone mit zahlreichen bestehenden Wasserentnahmen. Um die Erfüllung der Aufgabe sicherzustellen, führte er mit dem Inventar der bestehenden Wasserentnahmen und mit dem Sanierungsbericht zwei vorbereitende Instrumente ein und bestimmte Fristen für deren Umsetzung (vgl. Komm. zu Art. 82 GSchG). Für die Vornahme der Sanierungen selber setzte er den Zeitrahmen auf fünfzehn Jahre fest; er verlängerte diesen 2003 auf zwanzig Jahre bis Ende 2012. Als die erstreckte Vollzugsfrist auslief, waren jedoch zahlreiche mangelhafte Restwassersituationen noch nicht behoben (N 7 f.).

 

 

III.        Vorgehen nach Dringlichkeit (Abs. 1)

 

 

4. Art. 81 Abs. 1 GSchG beauftragt die Vollzugsbehörden (Art. 45 und 48 GSchG; vgl. Komm. zu Art. 80 GSchG N 76), die zeitliche Abfolge der anstehenden Sanierungen nach der «Dringlichkeit des Einzelfalls» zu planen.

5. Weder Art. 81 GSchG noch die Materialien geben Hinweise, nach welchen Kriterien die Dringlichkeit beurteilt werden muss. Angesichts der Zielsetzung von Art. 80 GSchG ist davon auszugehen, dass der Gesetzgeber eine ökologische Dringlichkeit meinte: Je gewichtiger das ökologische Manko einer Wasserfassung und je bedeutender die Restwasserstrecke für die Biosphäre (Wasserpflanzen und ‑tiere; Grundwasser) und für die Landschaft, desto mehr besteht Anlass, die Sanierung zeitlich zu priorisieren.

6. Das Ergebnis der nach Art. 81 Abs. 1 GSchG vorgenommenen Zeitplanung findet Aufnahme im Sanierungsbericht (Art. 82 Abs. 2 GSchG und Art. 38 Abs. 3 Bst. d GSchV).

 

 

IV.        Vollzugsfrist (Abs. 2)

 

 

7. Gemäss Art. 81 Abs. 2 GSchG hätten alle Restwassersanierungen bis Ende 2012 abgeschlossen sein müssen. Die wenigsten Kantone haben diese Frist eingehalten, und auch der Bund hat nur für einen Teil der von ihm konzessionierten Wasserkraftwerke die Sanierung rechtzeitig durchgesetzt.

8. Das BAFU hat den Stand der Restwassersanierungen detailliert ermittelt. Zwischen den Kantonen zeigen sich grosse Unterschiede. Ende 2012 ergaben sich insgesamt 487 vollzogene Sanierungen auf 682 sanierungspflichtige Wasserentnahmen, Ende 2014 656 vollzogene Sanierungen auf 988 sanierungspflichtige Entnahmen (BAFU, Stand Restwassersanierung 2012, 4; BAFU, Stand Restwassersanierung 2014, 4). Die Daten sind unvollständig; Gewissheit besteht für die von den Kantonen gemeldete Zahl der vollzogenen Sanierungen, jedoch nicht für die Zahl der sanierungspflichtigen Wasserentnahmen (BAFU, Stand Restwassersanierung 2014, 4; vgl. auch Komm. zu Art. 82 GSchG N 12 und 24). Ende 2016 sollten knapp 95 % der pflichtigen Wasserentnahmen saniert sein, wobei die Sanierung oft in Form einer Neukonzessionierung mit Festlegung der Restwassermengen nach Art. 31 ff. GSchG erfolgen (BAFU, Stand Restwassersanierung 2014, 4).

9. Die Missachtung von Art. 81 Abs. 2 GSchG durch die beteiligten Akteure ist angesichts der grosszügig bemessenen Umsetzungsfrist als skandalös zu werten (zu den Faktoren, die dazu beigetragen haben, s. Vor. Art. 80–83 GSchG N 17 ff. und Art. 82 GSchG N 22 ff.). Sie ging ganz zulasten der Umwelt.

 

 

Résumé

L'art. 81 al. 1 LEaux charge les autorités d'exécution de planifier l'ordre temporel selon lequel les mesures d'assainissement seront prises en fonction de l'urgence de la situation. Toutefois, ni l'art. 81 LEaux, ni les sources juridiques officielles ne précisent quels sont les critères qui doivent être pris en compte afin de juger de l'urgence de la situation. Au vu des objectifs de l'art. 80 LEaux, il y a lieu de considérer que le législateur pensait à l'urgence écologique. Il est ainsi nécessaire d'assainir en priorité les tronçons à débit résiduel importants pour la biosphère et le paysage.

Selon l'art. 81 al. 2 LEaux, les assainissements devaient être terminés jusqu'à fin 2012. Seuls quelques cantons ont respecté ce délai. La Confédération n'a imposé l'assainissement qu'à une partie de ses centrales hydroélectriques concessionnées.

 

 

Materialien und amtliche Publikationen: Bundesamt für Umwelt (BAFU) (Hrsg.), Restwassersanierung nach Art. 80 ff. GSchG: Stand Ende 2012 und Entwicklung seit Mitte 2011, Bern 2013 (zit. Stand Restwassersanierung 2012); Bundesamt für Umwelt (BAFU), Restwassersanierung nach Art. 80 ff. GSchG: Stand Ende 2014 und Entwicklung seit Ende 2012, Bern 2015 (zit. Stand Restwassersanierung 2014).