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Art. 84 GSchG - Art. 84 LEaux

​​Fehr-Bosshard Delia​ | Stocker Lukas​

 

 

​3. Abschnitt: Abgeltungen/Section 3: Indemnités

 

1         Über Abgeltungsgesuche für Anlagen und Einrichtungen, mit deren Erstellung vor Inkrafttreten dieses Gesetzes begonnen wurde, wird nach dem bisherigen Recht entschieden. Die Abgeltung ist nach der im Zeitpunkt der Zusicherung geltenden Finanzkraft der Kantone zu bemessen.

2         … (Aufgehoben durch Ziff. I des BG vom 20. Juni 1997, mit Wirkung seit 1. Nov. 1997; AS 1997 2243; BBl 1996 IV 1217)

1         Les demandes d'indemnités pour les installations et les équipements dont la construction a commencé avant l'entrée en vigueur de la présente loi sont traitées selon l'ancien droit. L'indemnité est calculée d'après la capacité financière du canton au moment où elle est allouée.

2         … (Abrogé par le ch. I de la LF du 20 juin 1997, avec effet au 1er nov. 1997; RO 1997 2243; FF 1996 IV 1213)

1         Le domande di indennità per impianti e installazioni la cui costruzione è iniziata prima dell'entrata in vigore della presente legge sono decise secondo il diritto previgente. L'indennità è calcolata secondo la capacità finanziaria del Cantone nel momento in cui è assegnata.

2         … (Abrogato dal n. I della LF del 20 giu. 1997, con effetto dal 1° nov. 1997; RU 1997 2243; FF 1996 IV 1041)

 

 

 

Inhaltsübersicht

Entstehungsgeschichte1
II.  ​Allgemeine Bemerkungen4
III.  Kommentierung6

 

 

I.              Entstehungsgeschichte

 

 

1. Die frühere Fassung von Art. 84 Abs. 1 und 2 GSchG sah vor, dass für Anlagen und Einrichtungen, mit deren Erstellung noch nach altem Recht begonnen wurde, jährlich mit dem Voranschlag ein Höchstbetrag für entsprechende Abgeltungen festgesetzt wird. Das Bundesgericht erachtete es als fraglich, ob es noch mit dem Zweck einer Subvention vereinbar sein könne, wenn die Abgeltung erst lange Zeit nach Erfüllung der in Frage stehenden Aufgabe ausgerichtet wird (BGer 2A.453/1996 vom 18. August 1997, E. 3b, in: ZBl 100 [1999], 166 ff., 170; Botschaft GSchG 1996, 1232). Auch wenn sich die Anlagen und Einrichtungen zumindest bereits im Bau befunden haben, erachtete es der Gesetzgeber als zweckmässig, dass Abgeltungen lediglich aufgrund jährlicher Kredite zuzusprechen sind. Dies führte zu Verzögerungen bei bereits erstellten subventionsberechtigten Anlagen und Einrichtungen (BGer 2A.453/1996 vom 18. August 1997, E. 3b, in: ZBl 100 [1999], 166 ff., 170).

2. Zur Lösung dieses Problems schlug der Bundesrat 1996 einen neuen Art. 65 Abs. 2 GSchG vor, wonach das Parlament zusätzlich zu den gewöhnlichen Zusicherungskrediten jeweils für vier Jahre Kredite bewilligt, um die Abgeltungen zu bezahlen, welche in Anwendung von Art. 13 Abs. 6 SuG dem Grundsatz nach zugesichert worden sind (Botschaft GSchG 1996, 1232; BGer 2A.453/1996 vom 18. August 1997, E. 3b, in: ZBl 100 [1999], 166 ff., 170; vgl. auch Komm. zu Art. 65 GSchG N 5).

3. Art. 84 Abs. 2 GSchG sah bis zur Revision 1997 vor, dass die Bundesversammlung mit Voranschlag den Höchstbetrag festlegt, bis zu dem im Voranschlagsjahr Abgeltungen nach Abs. 1 zugesichert werden dürfen. Mit der neuen Regelung von Art. 65 Abs. 2 GSchG wurde die Übergangsbestimmung von Art. 84 Abs. 2 GSchG hinfällig (Botschaft GSchG 1996, 1232, vgl. auch die Komm. zu Art. 65 GSchG N 5 ff.).

 

 

II.           Allgemeine Bemerkungen

 

 

4. Der bisherige Art. 84 Abs. 1 GSchG und das Subventionsrecht des Bundes enthalten den Grundsatz, dass keine Abgeltungen gewährt werden können, wenn mit einem erst nach einer Gesetzesrevision abgeltungsberechtigten Vorhaben bereits vor der Revision begonnen wurde.

5. Für Abgeltungen für Massnahmen in Abwasserreinigungsanlagen zur Elimination von organischen Spurenstoffen soll von dieser Regel eine Ausnahme eingeführt werden (Botschaft GSchG 2013, 5561). Art. 84 GSchG wurde per 1. Januar 2016 aufgehoben (AB 2013 S 1105; AB 2014 N 9; vgl. Vor Art. 61–66 GSchG N 53 ff.).

 

 

III.        Kommentierung

 

 

6. Abgeltungsgesuche für Anlagen und Einrichtungen, mit deren Erstellung vor Inkrafttreten des GSchG begonnen wurde, werden nach bisherigem Recht entschieden (Art. 84 Abs. 1 GSchG). Im Grundsatz werden auch nach allgemeinem Subventionsrecht des Bundes (Art. 36 SuG) keine Abgeltungen gewährt, wenn mit einem erst nach einer Gesetzesrevision abgeltungsberechtigten Vorhaben bereits vor der Revision begonnen wurde.

7. Allerdings sind gemäss Übergangsbestimmung in Art. 42 SuG die allgemeinen Bestimmungen über Finanzhilfen und Abgeltungen auch für frühere Finanzhilfe‑ und Abgeltungsverfügungen und ‑verträge anwendbar, soweit diese über das Inkrafttreten der neuen Regelungen hinaus wirksam sind und das SuG für die Empfänger nicht ungünstiger ist als das bisherige Recht (vgl. dazu auch BGer 2A.453/1996 vom 18. August 1997, E. 2.c, in: ZBl 100 [1999], 166 ff., 169). Keine Anwendbarkeit der altrechtlichen Bestimmungen des SuG besteht insbesondere dann, wenn eine Abgeltungsverfügung vor Inkrafttreten noch gar nicht erlassen worden ist. Dabei ist zu beachten, dass die Ermächtigung zum Baubeginn keine solche Zusicherung darstellt (BGer 2A.453/1996 vom 18. August 1997, E. 2.c, in: ZBl 100 [1999], 166 ff., 169).

8. Die bereits in Art. 36 Bst. b SuG enthaltene Regel macht Art. 84 Abs. 1 Satz 1 GSchG zu einer blossen Wiederholung für den Bereich der Subventionen im Gewässerschutz. Die Aufhebung des Art. 84 Abs. 1 GSchG bleibt daher wohl ohne direkte Folgen. Die neue Spezialbestimmung von Art. 61a Abs. 2 revGSchG zu den Mikroverunreinigungen weicht von der Grundregel im Subventionsrecht des Bundes bewusst ab (vgl. Botschaft GSchG 2013, 5561).

 

 

Résumé

L'art. 84 al. 1 LEaux reprenait la règle générale du droit des subventions de la Confédération selon laquelle les demandes d'indemnités pour les installations et les équipements dont la construction a commencé avant l'entrée en vigueur de la présente loi sont traitées selon l'ancien droit. Suite à la révision de la LEaux en 2014, cette disposition a été supprimée.